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Guernsey Biscuits | Mitbringsel vom Guernsey Urlaub

Eine Woche mit viel frischer Luft, mit Wandern und mit leckerem Essen, so sahen meine Visionen aus, nachdem der Mann meines Vertrauens und ich uns entschieden hatten, eine Woche auf Guernsey Urlaub zu machen. Und dabei war keiner von uns bisher je auf einer der Kanalinseln gewesen. Vorbelastet waren wir beide aber in gewisser Weise schon – der eine als begeisterter Scilly-Inseln Urlauber, die andere mit sehr guten Madeira-Urlaubserfahrungen. Und beiden gemeinsam ist zudem eine gewisse Schwäche für alles Britische, was dann vermutlich auch meine Anfangsvisionen erklärt, die – soviel schon vorweg – auch in keinster Weise enttäuscht wurden :-).

Klippenpfad auf GuernseyBildrechte [ *** ] © K. Okrafka

Guernsey ist nach Jersey die zweitgrößte der Kanalinseln, die als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt und nicht Teil der Europäischen Union sind. Wegen ihrer geschützten Lage und des Einflusses des Golfstroms herrscht auf Guernsey ein mildes, fast mediterranes Klima. Minusgrade sind extrem selten, aber extrem hohe Temperaturen sollte man auch nicht erwarten. Selbst im August ist es selten wärmer als 20 Grad.

Da ich selber mich nicht unbedingt als besonders hitzebeständig bezeichnen würde, war allein schon das für mich eine optimale Randbedingung. Was ich außerdem in dieser Woche sehr zu schätzen gelernt habe, ist, dass man selbst bei bedecktem Himmel und Regenschauern am Morgen damit rechnen kann, dass es irgendwann im Laufe des Tages wieder aufklaren wird, da die Regengebiete sich nicht groß festsetzen können :-).

Auch die vor allem im Süden beeindruckenden Steilküsten und das immergrüne Hügelland Guernsey haben mich sehr begeistert. Ein mehr als 28 Meilen langer Klippenpfad führt von St. Peter Port bis zur Pleinmont Halbinsel. An einigen Tagen konnten wir von diesem Weg aus nicht nur die benachbarten Inseln, sondern sogar am Horizont die Normandie sehen. Bei den Wanderungen, die wir entlang des Klippenpfads gemacht haben, war ich immer wieder begeistert von den malerischen Ausblicken, die sich uns boten, so dass wir – beide mit Kamera ausgerüstet – dann auch oft vor lauter Fotografiererei kaum voran kamen. Aber nicht nur das Fotografieren hat uns etwas vom Vorankommen abgelenkt, sondern auch unsere ständige Neugier, so dass wir in fast jede Bucht hinabgestiegen sind, an der wir vorbei kamen. Nu ja, man muss sich ja auch noch etwas Klippenpfad fürs nächste Mal aufheben ;-).

Klippenpfad Impressionen aus GuernseyBildrechte [ *** ] © K. Okrafka

Bedingt durch das milde Klima und den meist frostfreien Wintern findet man auf Guernsey einen ungewöhnlichen Pflanzenmix: Palmen und Bananenstauden muten fast schon mediterran an, andererseits gibt es auf Guernsey aber auch noch viele nordeuropäische Pflanzen. Auf unseren Wegen sind wir teilweise auch durch ein grünes Meer an Farnen gewandert, während bei den Spaziergängen durch die Straßen die blühenden Hecken immer wieder nach einem Fotostopp riefen.

Über einen Reiseanbieter im Internet war ich auf die „Glückswoche“ Guernsey gestoßen, bei der man erst mit den Buchungsunterlagen erfuhr, wo man auf der Insel unterkommen würde. Auf diese Weise sind wir im Green Acres Hotel in der Gemeinde St. Martin gelandet – ein hübsches ländlich gelegenes britisches Hotel, in dem wir jeden Morgen in den Genuss eines Full-English-Breakfast gekommen sind. Auf Sausage und Bacon habe ich selber meist verzichtet, aber auch schon die Mischung aus Baked Beans, Grilled Tomatoes, Brown Hash Potatoes und Scrambled oder Fried Eggs war genau nach meinem Geschmack, und sie stellte sich auch als gute Basis für unsere Tagesaktivitäten heraus.

Was uns außerdem immer wieder begegnete, egal ob nun im Hotel oder unterwegs, war die auffällig freundliche Höflichkeit der Insulaner. Man kommt schnell ins Gespräch und ein paar nette Worte mit auf den Weg gibt es noch dazu, und das ganze gewürzt mit einer hübschen Brise Humor. Ich denke nur an die Frühstücksfrage: How would you like your toast? White, brown or burnt…

Green Acres Hotel Guernsey

Direkt in Fußweite von unserem Hotel lag Sauzmarez Manor, der Sitz der Familie Sausmarez, das auf ein Herrenhaus aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht. Zum Haus gehört ein weites Gartengelände, auf dem sich unter anderem ein Skulpturenpark und eine kleine Eisenbahn befinden und wo ich auch endlich in den Genuß von Cream Tea mit Scones, Marmelade und Clotted Cream (Rahm) kam :-). Scones sind meist aus Rühr- oder Hefeteig und können mit oder ohne Rosinen sein.

Gut zu erreichen mit Bus war auch die Little Chapel in der Gemeinde St. Andrews. Angeblich ist sie die kleinste Kirche der Welt und stellt eine Miniaturausgabe der Kirche von Lourdes dar. Auf jeden Fall habe ich aber noch nie so viele Muscheln und Porzellanscherben auf einem Platz gesehen.

Sehenswürdigkeiten auf Guernsey

„Stell dich nie zwischen eine Frau und ihr Essen“ – eine Aussage, die auf mich sicherlich zutrifft :-). Umso begeisterter war ich von den kleinen Verkaufsboxen, die uns überall auf der Insel begegneten und in denen Privatpersonen Obst, Gemüse, aber auch alles mögliche andere zum Verkauf anboten. Das Prinzip ist simple: Man nimmt sich, was man kaufen möchte, und wirft das passende Geld in eine kleine Kasse. Bei dem Früchteangebot habe ich dann auch direkt zugeschlagen.

Verkaufsstände auf Guernsey

Absolutes Bilderbuchwetter mit tollen Wolkenformationen und tiefblauem Himmel hatten wir auch bei einem unserer Besuche der Inselhauptstadt St. Peter Port: ein wunderschön idyllisch gelegenes Hafenstädtchen mit sehr fotogenen Highlights wie dem Castel Cornet.

St Peter Port auf Guernsey

Aber wie sich herausstellte, hat St. Peter Port auch diverse Events zu bieten. Für eine Airshow mit den Red Arrows waren wir mit unserer Reise zwar zwei Wochen zu früh, aber bereits in der kurzen Zeit, die wir auf Guernsey waren, gab es unter anderem ein Food Festival und ein Bergrennen, wobei mich bei beiden das Drumherum begeisterte. Ich mag einfach die allgegenwärtigen familiäre Leben-und-Leben-Lassen-Mentalität, die ich auch schon auf anderen Events in England erlebt habe. Auch hatte ich den Eindruck hier viel mehr schraubende und fahrende Mädels zu sehen, als ich es von vergleichbaren Veranstaltungen aus Deutschland kenne.

Food Festival Guernsey

Das Taste Guernsey Food Festival war zwar eher klein und übersichtlich, aber es war auch sehr liebevoll gestaltet und das Motto Taste Guernsey wurde auf jeden Fall gelebt. Besonders gefiel mir der Fresh Friday Market, bei dem mich vor allem die Verkaufsstände mit selbst gemachten Cupcakes faszinierten.

Die Hauptaktivitäten, wie z. B. mehrere Showkochen, fanden in einem Aktionszelt statt, in dem auch kleine Büchlein mit Rezepten regionaler Spezialitäten verteilt wurden. Aus diesem Büchlein ist auch das Rezept für die Guernsey Biscuits, die ich bis dahin gar nicht gekannt hatte. Bei den Guernsey Biscuits handelt es sich um kleine, herzhafte Brötchen in Biscuitgröße aus einem Hefeteig, die außen kross und innen fluffig sind und die meistens vier fingergroßen Grübchen auf der Oberseite haben. Wieder daheim habe ich das Rezept dann auch direkt für das Nachurlaubs-Feeling ausprobiert :-).

Guernsey Biscuits

Zutaten

Zutaten
  • 15 g Zucker
  • 250 ml warme Milch
  • 25 g frische Hefe
  • 450 g Mehl Typ 405
  • 15 g Salz
  • 100 g Butter

Anleitungen

Zubereitung
  • Das Mehl in einer Schüssel mit dem Salz mischen.
  • Die Butter mit der Hefe und dem Zucker schaumig rühren. Die warme Milch hinzu fügen und die Mischung für 10 Minuten ruhen lassen. Dann das Mehl mit dem Salz vermischen und alles zu einem glatten Teig kneten. Den fertigen Teig in einer abgedeckten Schüssel an einem warmen Ort für 90 Minuten gehen lassen.
  • Den Teig noch einmal leicht durchkneten und zu kleinen Bällen formen. Diese flach drücken, auf ein gefettetes Backblech legen und vor dem Backen für weitere 20 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 200°C für 20 Minuten backen.

Notizen

vegetarisch:
ergibt 40 Biscuits

Guernsey Biscuits || FOOD VEGETARISCH

Guernsey Biscuits || FOOD VEGETARISCH

8 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Corinna sagt:

    Hallöchen Eva :),

    ein schöner Bericht und ihr hattet sicher viel Spaß :). Die Fotos sind auch toll :), mir gefällt natürlich besonders das mit den Cupcakes :D, du hast doch bestimmt auch gekostet oder? :P

    LG Corinna

    1. Oh ja, viel Spaß hatten wir und mit den Cupcakes hast du völlig richtig vermutet :). Nicht nur, dass die sehr lecker waren, ich fand auch die Plastiktransportboxen klasse, in denen die Cupcakes verpackt wurden.

      LG Eva

  2. Simone sagt:

    Gorgeous pictures Eva! Wow… You’ve transferred me to England. I’ve never been to Guernsey but your pictures have convinced me I should definitely go there. love the shots of you trying to get the picture.. ;)

    1. Thanks so much Simone :) And you definitely should go to Guernsey or one of the other channel islands. I liked the landscape, the people and the food there very much and from what I heard there are also quite often food festivals… ;)

  3. Beate sagt:

    Liebe Eva,
    wunderschöne Bilder. Außerdem ein toller Bericht, der einen in Urlaubsstimmung versetzt. Die Biscuits werde ich backen.
    Lieben Gruß
    Beate

  4. Anne Bräunig sagt:

    Liebe Eva ,hab gerade gelesen und geschaut und freue mich noch mehr auf die Inseln. Wir werden auf Jersey wohnen aber Guernsey auch erkunden. Wie kann ich unseren mitreisenden Freunden die Seite schicken. Hast du einen direkten Link für mich?
    Du bist in diesen Dingen viel fitter als ich. Deinen Blog habe ich schon weiter bekanntgemacht und koche heute auch mal die etwas von dir. Liebe Grüsse Anne

    1. Liebe Anne,
      oh ja, ich denk, die Inseln werden dir gefallen. Den Link schick ich dir gleich noch per Mail und ich freu mich drüber, dass du dabei bist, meinen Blog weiter bekannt zu machen :-)
      Danke und liebe Grüße, Eva

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