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Grüner Tee | Zubereitung mit Genuss

Kaffee oder Tee? Erst durch den Mann meines Vertrauens bin ich so richtig auf den Teegeschmack gekommen. Vorher war ich eine eingefleischte Kaffeetrinkerin. Nach wie vor ein geliebtes Ritual für mich ist die Tasse Kaffee am Morgen. Aber nach dem Mittag gibt es inzwischen ein neues geliebtes Ritual. Und zwar bekomme ich nun sehr regelmäßig eine große Tasse grünen Tee, frisch zubereitet vom Liebsten. Vor allem in Zeiten, in denen sich die verschiedenen Projekte munter vor sich hin stapeln, kann ich so eine Tasse Grüntee zwischendurch sehr empfehlen!

Was mich übrigens immer wieder fasziniert, ist, wie unterschiedlich der grüne Tee allein schon, je nach verwendeter Teesorte, duftet. Für den Geschmack trifft Gleiches zu. Bei grünem Tee ist allerdings die richtige Zubereitung auch besonders wichtig. Von daher habe ich jetzt einfach mal dem Herrn bei der Zubereitung des grünen Tees über die Schulter geschaut. Auch, damit ich mir zukünftig meine Tasse Grüntee selbst zubereiten könnte.

Zubereitung von grünem Tee mit einer Kyusu Kanne

Ganz klassisch zubereiten kann man grünen Tee z. B. mit einer Kyusu Kanne. Hierbei handelt es sich um eine traditionelle japanische Teekanne aus Ton, die bereits ein integriertes Sieb besitzt. Oft, aber nicht immer, hat sie außerdem einen Seitengriff. In die Kanne gibt man zunächst den grünen Tee. Findet man zu der Menge keine Angabe auf der Tee-Verpackung, würde ich zunächst einen Teelöffel pro Tasse/200 ml Wasser probieren. Diese Menge kann man dann später nach Geschmack variieren.

Zubereitung grüner Tee | food-vegetarisch.de

Anders als bei vielen anderen Teesorten ist es bei grünem Tee außerdem wichtig, dass das gekochte Wasser zunächst etwas abkühlt, bevor man den Tee damit überbrüht. Denn es gilt, je höher die Temperatur ist, umso mehr wird aus dem Tee gelöst und er erhält einen kräftigen intensiven Geschmack. Ist das Wasser aber zu heiß, schmeckt japanischer grüner Tee schnell bitter (bis „fischig“) und zu heiß aufgebrühter chinesischer Grüntee kann dann auch schon mal an eine „Steppe nach Büffelherde“ erinnern. Außerdem gilt, je hochwertiger der Tee ist, umso kühler sollte das Wasser sein.

Manchmal finden sich auch auf der Tee-Verpackung Angaben zur passenden Temperatur. Ein guter Richtwert für den Anfang wäre sonst 80°C. Mit dem passend abgekühlten Wasser übergießt man nun die Teeblätter in der Kanne und lässt den Tee kurz ziehen, bevor man ihn in Tassen/Becher oder in eine andere Kanne umfüllt. Wenn man auf der Verpackung keine Angaben zu der Ziehzeit finden, würde ich den Tee beim ersten Mal ca. 60 Sekunden ziehen lassen.

Zubereitung grüner Tee | food-vegetarisch.de

Mit den Blättern in der Kanne kann man übrigens oft noch einen oder mehrere weitere Teeaufgüsse machen. Wichtig bei diesen Folge-Aufgüssen ist, dass das gekochte Wasser eine noch niedrigere Temperatur hat (~ 70°) und die Ziehzeit noch kürzer (~30 Sekunden) sein sollte. Wie viele Aufgüsse man mit einem Tee machen kann, hängt dabei von der Grüntee-Sorte ab. Die Faustregel ist hier tatsächlich, je teurer der Tee ist, umso mehr Aufgüsse lassen sich damit machen. Eignet sich ein Sencha oft für 2 Aufgüsse, so kann man mit einem Gyokuro bis zu 4-5 Aufgüsse machen.

Zubereitung von grünem Tee mit einfachem Equipment

Grünen Tee kann man aber auch ohne spezielles Equipment prima zubereiten. Daher gibt es nun noch die Methode, wie mein Liebster grünen Tee seit gefühlten Ewigkeiten zubereitet. Was man dazu benötigt, sind, eine einfache Glaskanne, ein Teesieb und etwas Küchenkrepp, falls das Teesieb nicht feinmaschig genug ist. Dann heißt es wieder, Wasser kochen, das man dann aber sofort in die Glaskanne gießen kann, weil es dort deutlich schneller abkühlt als im Wasserkocher.

Grüntee mit einfachem Equipment zubereiten| food-vegetarisch.de

Und während das Wasser abkühlt, kann man schon mal das Stück Küchenkrepp in das Sieb legen, so dass man alles griffbereit hat, sobald das Wasser auf die passende Temperatur abgekühlt ist. In einer offenen Kanne ist das Wasser in der Regel nach ca. 10 Minuten auf 80-90°C abgekühlt und nach ca. 20 Minuten auf 70°C. Eine ganz eigene Methode, die sicherlich nicht unbedingt zur Nachahmung zu Empfehlen ist, hat da übrigens noch mein Liebster: Denn sobald er mit dem Finger kurz in das Wasser tippen kann, weiß er, dass die Temperatur passt.

Grüntee zubereiten | food-vegetarisch.de

Und dann geht alles wieder sehr schnell, denn es heißt: Die passende Menge an grünen Tee in das Wasser schütten und umrühren, um dann den Tee nach der gewünschten Ziehzeit, vorsichtig durch das Sieb mit dem Küchenkrepp in die bereitgestellten Tassen/Becher oder in eine weitere Kanne abzuseihen. Das vorsichtige Abgießen ist deswegen sinnvoll, weil so der Großteil des grünen Tees in der Kanne zurückbleibt, und für einen zweiten Aufguss genutzt werden kann.

Grünen Tee abgießen | food-vegetarisch.de

Grundsätzlich empfiehlt es sich übrigens, Grüntee immer nur in kleinen Mengen zuzubereiten, so dass man ihn ganz frisch genießen kann. Den zweiten Aufguss nutzen wir dann einfach für die zweite Tasse Grüntee. Und was ihr unbedingt machen solltet, ist, verschiedene Grüntee-Sorten ausprobieren. Darüber werde ich demnächst auch ausführlicher berichten.

Wo man übrigens sehr gut japanischen grünen Tee beziehen kann, ist der Onlineshop Grüner Tee von Marukyu-Koyamaen. Aufmerksam geworden auf diesen Shop bin ich durch eine Kooperationsanfrage. Im Rahmen dieser Kooperation werde ich hier demnächst auch einige Tee-Sorten aus dem Sortiment ausführlicher vorstellen.

Ein Nebeneffekt dieser Anfrage war übrigens noch, dass der Mann meines Vertrauens dort direkt erst mal eine Bestellung in eigener Sache aufgegeben hat. Dazu muss man allerdings wissen, dass er nicht nur grüntee-begeistert, sondern auch sehr Japan-affin ist und von seinen Japanreisen schon sehr leckerer Grüntee-Sorten mitgebracht hat. Und beim Sortiment von Grüner Tee von Marukyu-Koyamaen gefällt ihm einfach, dass hier viele japanische Teevarianten in unterschiedlichen Qualitäten angeboten werden, bei denen man auch erfährt, von welcher Plantage diese stammen.

Dazu aber demnächst mehr und bis dahin genießt die Zeit bei einer Tasse grünen Tee! Und wenn jemand einen Tipp für uns hat, wo man gut chinesischen Grüntee beziehen kann, dann lasst uns das bitte wissen. Wir würden uns sehr freuen!

10 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. arne sagt:

    vielen dank für den schönen beitrag. auf den artikel mit den tessorten bin ich schon sehr gespannt!
    was ich mich jedoch frage, ist ob man gerade bei einem so sensiblen produkt den unterschied zwischen dem benutzen von küchenpapier oder einem sieb merkt?
    ich würde immer erwarten, dass man vor allem mit heißem wasser, das papier ein wenig zersetzt?

    1. Hallo Arne,

      sehr gern geschehen! Und ja, man merkt den Unterschied zwischen dem Benutzen von Küchenpapier oder nur einem Sieb. Wir haben das heute direkt noch mal ausprobiert und es ist so, dass bei der Variante mit der Kyusu Kanne auch kleine Schwebteilchen ihren Weg in die Tasse finden, die bei längerem Stehen der Teetasse dann für ein Nachziehen sorgen, so dass der Tee mit der Zeit sogar etwas bitter werden kann (sofern man sich mit dem Trinken zu viel Zeit lässt).

      Die Küchenpapiersorten, die wir bislang genutzt haben, haben das heiße Wasser übrigens alle prima überstanden. Allerdings ist Küchenpapier ja auch dafür gedacht, viel Wasser aufzunehmen, ohne sich dabei zu zersetzen. Aber das ist jetzt natürlich die super-simple Methode.

  2. gute, sehr ausführliche anleitung für grüntee-einsteiger/innen. allerdings dauert es nie und nimmer 20 minuten, bis das wasser 70 grad hat, schon gar nicht, wenn man’s in eine andere kanne umfüllt. ein teethermometer hilft. (vielleicht sollten wir mal die zeit stoppen und durchschnittswerte ermitteln. ich traue mich fast zu wetten, dass es keine 10 minuten bei einer menge von ca. 1 l und offenem wasserkocher sind.) und: die küchenpapier-sieb-methode finde ich lustig (so filtere ich mein selbst gemachtes butterschmalz), aber es gibt ja papierteefilter, eine der praktischsten erfindungen überhaupt, auch, was weitere aufgüsse betrifft.

    1. Hallo Katharina,

      weißt du, dass du jetzt direkt unsere Neugierde geweckt hast :) Allerdings ist mein Freund auch Physiker und ich habe noch immer so eine gewisse „Jugend forscht“-Neigung. Von daher haben wir jetzt tatsächlich eine kleine Testreihe gestartet und das eine Mal 1 Liter frisch aufgekochtes Wasser in unserem 08/15 Wasserkocher abkühlen lassen und das andere Mal in die Glaskanne von den Fotos umgefüllt und dann die Wassertemperatur gemessen. In der Teekanne betrug die Wassertemperatur nach 10 Minuten noch 82°C, nach 20 Minuten war sie dann bei 73°C angelangt. Ein Aha-Erlebnis hatten wir dann aber bei der Gegenprobe im Wasserkocher. Im geschlossenen Wasserkocher betrug hier die Wassertemperatur nach 20 Minuten noch 80°C, bei geöffnetem Wasserkocher ging das Abkühlen dann aber doch fixer, als wir gedacht hatten. Denn hier waren es nach 10 Minuten 79°C und nach 20 Minuten 68°C. Also wieder was Neues erfahren! Von daher nochmals lieben Dank fürs Nachfragen und vor allem freuen wir uns darüber, dass dir unsere Anleitung gefallen hat.

      Und ja, über die Küchenpapier-Sieb-Methode musste ich das erste Mal auch sehr schmunzeln, aber sie hat sich bewährt und ist halt noch eine Spur einfacher als Papierteefilter, da sich Küchenpapier in fast jedem Haushalt befindet.

  3. ps: ich muss gestehen: mein wasserkocher (wichtigstes küchengerät neben den messern) zeigt mir an, wann er die 70 grad erreicht hat (von oben runter, ich koche nie nur auf 70 grad auf, weil das wasser ja gekocht haben sollte).

  4. danke für deine antworten und die versuchsreihe! ich war heute früh zu ungeduldig und bin nicht dabei geblieben, aber jetzt habt ihr ja eh schon alles verifiziert ;-)

    ad wasserkocher: seit etwa eineinhalb jahren habe ich einen von graef (der davor von aeg war zwar gut, wurde aber undicht), weil er innen komplett aus edelstahl ist und eben die temperaturanzeige (auch: -vorwahl, aber die nütze ich nicht, weil ich das wasser immer zuerst aufkoche) hat. sicher nicht aufs grad genau, aber die unterste stufe (70 grad) passt für meine üblichen gyokuros sehr gut:
    http://haushalt.graef.de/programm/wasserkocher/Edelstahlwasserkocher-WK-701_1
    (vorgängermodell, meiner hat keine „handbrüh-taste“, sondern einfach 100/90/80/70 grad)

    die tee-leidenschaft scheinen wir jedenfalls zu teilen ;-)
    http://www.esskultur.at/index.php/2014/02/19/kulinarisches-abc-tee/

  5. Sandy sagt:

    Liebe Eva, danke für diesen schönen Beitrag! Ich liebe grünen Tee und trinke seit 15 Jahren jeden Morgen meine 3 Tassen und dann über den Tag noch mal eine Kanne. Ich freue mich über deine Empfehlungen demnächst. Und ich kann deine Angabe der zeit nur stützen, ich habe auch einen normalen Wasserkocher und es dauert seine Zeit bis das Wasser wieder abgekühlt ist.
    Im Alltag mache ich keine Zeremonie aber wenn richtig Zeit ist, dann schätze ich den meditativen Aspekt des Teebereitens ebenfalls.
    Liebe Grüße, Sandy

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