10 Gedanken zu.. Hafer |..und ein Rezept für Hafermilch

Hafer || FOOD VEGETARISCH

In den letzten Wochen habe ich mich aus verschiedenen Gründen intensiver mit Hafer beschäftigt. Unter anderem hatte ich das Vergnügen, für einen Kunden eine Rezeptstrecke mit verschiedenen Hafer-Gerichten zu fotografieren. Außerdem wollte ich wissen, ob selbstgemachte Hafermilch etwas für mich ist. Daher habe ich mich durch verschiedene Rezepte probiert. Bei manchen wurden Haferflocken verwendet, bei anderen eingeweichter Hafer, manche wurden noch zusätzlich gesüßt, andere waren Hafer pur. Hafer pur war mir für einen Drink dann aber doch etwas viel Hafer. Daher habe ich mich bei meinem Rezept für die Zugabe von etwas gemahlener Vanilleschote und Datteln entschieden. Der Vorteil der Datteln als Süßungsmittel ist, dass so die Hafermilch sowohl für Veganer als auch für Vollwertbegeisterte geeignet ist. Außerdem verwende ich als Basis für meine Hafermilch Nackthafer, der fast immer in unserem Vorratsschrank zu finden ist. Beim Nackthafer ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er noch keimfähig ist, was ganz praktisch ist, wenn man z.B. auch selber Sprossen ziehen will. Aber nicht nur um die Hafermilch geht es diesmal, sondern auch um den Hafer selber. Denn über ihn habe ich mir jetzt auch einige Gedanken gesammelt, so dass ich nun auch eine neue Folge meiner 10 Gedanken zu.. präsentieren kann.

  • Hafer (Avena) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Süßgräser (Poaceae). Zur Gattung Hafer gehören mehr als 20 Arten 1).
  • Hafer ist ein Migrant. So wanderte der zu den Süßgräsern zählende Saat-Hafer (Avena Sativa) vermutlich als Unkraut aus Asien ein und wurde bereits 2000 v. Chr. von den Germanen und Kelten zu seiner heutigen Kulturform gezüchtet. 2).
  • Hafer war noch im Mittelalter das am meisten gegessene Getreide in Mittel- und Nordeuropa. Dann wurde es von Roggen, Weizen und Kartoffeln verdrängt und in den Stall als Viehfutter verbannt. Erst Kneipp machte den Hafer wieder salonfähig 3).
  • Eine weitere Haferart ist der Nackt-Hafer (Avena nuda). Dieser wird als nackt bezeichnet, weil die Spelze bereits beim Dreschen vollständig abfällt. Nackthafer muss daher nicht geschält werden und behält seine Keimfähigkeit. Demgegenüber besitzt geschälter Hafer eine geringere Keimfähigkeit 4, 5).
  • Im Vergleich zum Spelzhafer liegen die Erträge bei Nackthafer niedriger – daher sind die spelzfreien Sorten für die konventionelle Landwirtschaft uninteressant 3).
  • Vor der Erfindung des Autos, kam dem Hafer der Status von Benzin zu, denn als Futter für alle Arten von Transport- und Militärpferden war das Getreide nahezu unerlässlich. Wie heute auf den Benzinpreis spekuliert wird, so wurde damals auf den Hafer gesetzt: Haferspekulationen gehörten einstmals zu den am häufigsten getätigten Börsengeschäften 6).
  • In Deutschland als glutenfrei gekennzeichnete Haferprodukte halten den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von unter 20 ppm Gluten (bezogen auf Weizen, Roggen und Gerste) ein. Einige Länder (z. B. Kanada, Schweden) haben den Konsum von glutenfreiem Hafer bis zu einer täglichen Menge von 50 g freigegeben. Andere Studien wiederum ergaben, dass eine geringe Zahl an Zöliakiebetroffenen auf glutenfreien Hafer negativ reagiert 7, 8).
  • Hafer ist der Primus unter den Körnern: Er enthält mehr Fett, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine als alle anderen Getreide und liefert dazu heilsame Schleimstoffe 2).
  • Besonders wichtige Einflüsse von Hafer auf Gesundheit und Wohlbefinden betreffen die Regulierung und Senkung des Cholesterinspiegels, des Blutzucker- und Insulinspiegels und die Unterstützung für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Außerdem gilt Hafer als wohltuend für den Magen-Darm-Bereich, und er schützt vor freien Radikalen durch Antioxidantien 9).
  • In der Redewendung „Dich hat der Hafer gestochen“ steckt, dass Pferde früher oft ungedroschenen Hafer zu fressen bekamen. Die Spelzen, die als unverdaulicher Ballaststoff wieder ausgeschieden wurden, peinigten bei der Stuhlentleerung so, dass die Pferde oft wie kopflos über die Koppeln jagten. Heute sagt man „den sticht der Hafer“ wenn jemand besonders übermütig ist 10).

Hafermilch || FOOD VEGETARISCH

Hafermilch
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Zutaten
  1. 200 g Nackthafer
  2. 650 ml Wasser
  3. 1 Prise gemahlene Vanilleschote
  4. 4-5 Datteln
Zubereitung
  1. Die Haferkörner über Nacht in 250 ml Wasser einweichen.
  2. 400 ml frisches Wasser dazugeben und nach Geschmack mit gemahlener Vanilleschote und Datteln süßen. Alles im Mixer pürieren.
  3. Danach die Milch durch ein Tuch (Küchen- oder Passiertuch) abseihen und durchpressen. (Den Haferrest, der im Tuch zurück bleibt, kann man u. a. unter sein Müsli mischen. Bis zur Verwendung sollte er im Kühlschrank aufbewahrt werden.)
  4. Die Hafermilch ist im Kühlschrank 3-5 Tage haltbar und sollte vor Gebrauch immer gut geschüttelt werden.
Menge
  1. ergibt ca. 600 ml
vegetarisch | laktosefrei | vegan | vollwert
FOOD VEGETARISCH http://www.food-vegetarisch.de/

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Hafermilch || FOOD VEGETARISCH

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Einzelnachweise:

10 Kommentare

  1. Danke für das tolle Rezept. Wir habe gerade keine Milch zu Hause und bei diesem Wetter habe ich keine Lust zum Einkaufen. Der Kaffee wird gerettet :-)

  2. Hallo!
    Wie immer wunderschöne Bilder und ein tolles Rezept. Ich habe es gepinnt und es wird bestimmt bald ausprobiert. Auf jeden Fall eine gute Abwechslung zur Mandelmilch.
    xo Eva

  3. Hallo Eva,

    Ich habe auch schon so Hafermilch hergestellt. Allerdings hatte ich immer das Problem eines bitteren Nachgeschmacks.

    Kannst du mir hierzu einen Tipp geben?

    Danke und viele Grüße, Annika

    • Hallo Annika,
      vielleicht hast du einfach eine Packung ranzigen Hafer erwischt. Bei mir hat die Hafermilch bisher noch keinen bitteren Nachgeschmack gehabt, aber ich weiß von einer anderen Leserin, dass ihr das mit dem bitteren Nachgeschmack auch schon mal passiert ist. Da lag es dann an dem verwendeten Hafer.
      Anonsten kannst du das Rezept auch prima mit Dinkel machen.
      Viele Grüße, Eva

  4. Hallo Eva,
    vielen Dank für den interessanten Bericht über mein Lieblingsgetreide. Hafer gibt es bei mir jeden Tag, entweder frisch geflockt ins Müsli oder als Hafergrütze mit Obst, und Dein Rezept für Hafermilch klingt auch sehr lecker. Ich freue mich, dass ich jetzt weiß, woher die ursprüngliche Redewendung „Den sticht der Hafer“ kommt, dachte stets, sie stammt aus der vitalisierenden Ecke.
    Liebe Grüße Sigrid

    • Hallo Sigrid,
      das freut mich, dass du auch eine Haferbegeisterte bist und auch, dass bei den 10 Gedanken zu.. auch noch Neues für dich dabei war :)
      Liebe Grüße, Eva

  5. Schönes Rezept und super Seite mit interessanten Infos! :-)

    Meine Hafermilch schmeckt leidet auch etwas bitter, aber es liegt ganz sicher nicht am schlechten Hafer. aus dem 5 kg-Sack essen wir jeden Tag was im Frisch kein Gericht, und da schmeckt er nicht bitter.

    Kann es daran liegen, dass der Hafer nicht gemahlen wurde sondern im Mixer/Pürierer geschnitten?

    • Erstmal lieben Dank Sabine für das schöne Kompliment!
      Was die Hafermilch betrifft und warum diese bei manchen bitter schmeckt und bei anderen nicht, da bin ich auch immer noch auf der Suche nach einer Ursache. Denn bei mir hat bislang die Milch noch nicht bitter geschmeckt, obwohl ich sie im Mixer zubereitet habe. Von daher werde ich das einfach mal weiter im Auge behalten.

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