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Food-Fotografie mit Tageslicht – Tipps wie man Food einfach in Szene setzen kann

Als ich vor einigen Jahren anfing, mich intensiver mit Food-Fotografie zu beschäftigen, gehörten Kuchen- und Tortenstücke vom Konditor meines Vertrauens zu meinen ersten Übungsobjekten. Denn so ein Stück Kuchen ist einfach ein sehr dankbares Modell, noch dazu mit Belohnungsfaktor.

Neben dem Modell braucht man dann noch einen passenden Ort zum Fotografieren, der über ein Fenster verfügen sollte, möglichst ohne direkte Sonneneinstrahlung. Hier gilt übrigens: Platz ist in der kleinsten Hütte. Als passenden Foto-Ort habe ich z.B. für mich das Treppenhaus bei meinem Freund entdeckt, wo ich mir aus zwei Klappkisten einen provisorischen Tisch aufbaue, auf dem ich als Untergrund nur noch eine bemalte Sperrholzplatte lege. Auf diese baue ich dann mein Fotosetting auf. Fürs erste Bild habe ich dabei das Fotosetting so aufgebaut, dass das Licht von der Seite auf mein Motiv fällt.

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Meine Fotoausrüstung für den Einstieg

Was meine Fotoausrüstung betrifft, so ist diese im Laufe der Zeit schon sehr gewachsen. Für dies Tutorial habe ich jetzt aber die Ausrüstung genutzt, die sehr wahrscheinlich heute meine Einstiegsausrüstung wäre, würde ich mir meine erste Spiegelreflexkamera gönnen. Und zwar wäre es die Canon EOS 100D* mit dem Canon EF 50mm 1:1.8 II Objektiv*. Was ich an der EOS 100D so mag, ist ihre Größe. Sie ist so schön klein. Und für das Canon EF 50mm 1:1.8 Objektiv spricht einfach das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Einige der Food-Bilder in meinen Agentur-Portfolios sind übrigens auch mit dieser Kombination entstanden.

Als extrem hilfreich hat sich für mich außerdem die Nutzung eines Stativs herausgestellt. Hier besitze ich ein großes schweres und ein kleines Reisestativ von Manfrotto. Für die Canon EOS 100D reicht dabei das Manfrotto MKBFRA4-BH Reisestativ* völlig aus.

Tipps zur Kameraeinstellung bei der Food-Fotografie

Und nun zu einer meiner bevorzugten Kameraeinstellung, wenn ich mit dem Stativ Food fotografiere, es nicht zu kompliziert werden soll, ich aber dennoch genug Einfluss auf die Bildgestaltung haben möchte.

Food-Fotografie Tipps | Kameraeinstellung | food-vegetarisch.de

In solchen Situationen fotografiere ich meist im Av Modus. Hier kann ich die gewünschte Blendenöffnung vorgeben und die Kamera wählt automatisch anhand der eingestellten Messmethode die passende Belichtungs-/Verschlusszeit. Als Messmethode habe ich dabei gute Erfahrungen mit der Mehrfeldmessung gemacht.

Übrigens fotografiere ich grundsätzlich im Raw-Format, da ich so die Bilder ohne Qualitätsverluste nachträglich noch bearbeiten und ändern kann. Und das ist etwas, was ich mit fast jedem meiner Bilder mache. Was man ansonsten auch noch prima machen kann, ist sowohl im Raw als auch im JPEG-Format zu fotografieren. Sofern man im Raw-Format fotografiert, ist die Einstellung des Weißabgleichs übrigens egal, da man diesen noch nachträglich über die meisten Bildbearbeitungsprogramme, wie z.B. Lightroom* einstellen kann. Daher steht bei mir der Weißabgleich auch meist auf AWB.

Und da ich mit Stativ fotografiere, steht die ISO bei mir auf 100, und, sofern man keinen Fernauslöser für seine Kamera besitzt, sollte man unbedingt die Selbstauslöser-Funktion nutzen, damit nicht das Auslösen der Kamera zu ungewünschten Verwacklern führt.

Außerdem stelle ich das Objektiv auf MF (manuelles Fokussieren). Das eigentliche Fokussieren mache ich dann im Live View, in dem ich mir das Bild auch in 10-facher Vergrößerung anzeigen lassen kann und so ganz genau auf den Punkt das Detail scharf stellen kann, um das es mir
bei dem Motiv geht.

Eventuell müsst ihr einfach mal in der Bedienungsanleitung eurer Kamera schauen, wo sich bei euren Kameras diese Funktionen einstellen lassen. Und wenn alles steht und scharf ist, dann heißt es nur noch, sich für eine Blendenöffnung zu entscheiden, auszulösen und sich das Ergebnis anschauen.

Food-Fotografie mit Seitenlicht

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Wenn man sich mein erstes Kuchenfoto anschaut, kann man anhand der Schatten rechts vom Geschirr und den Kuchenstücken sehr gut sehen, dass bei diesem Bild das Licht von der linken Seite kam. Wem diese Schatten zu stark sind, der kann sie sehr mit einem Reflektor aufhellen. Wie ihr unten auf dem Foto sehen könnt, habe ich dazu einfach eine Styroporplatte genutzt, die ich gegen die Klappkisten gelehnt habe.

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Und schon sind die Schatten deutlich heller und diffuser.

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Außerdem könnt ihr an diesen beiden Bildern sehr gut die Bandbreite bezüglich der Tiefenschärfe des Canon 50mm 1:8 Objektivs sehen. Denn während ich das linke Bild mit Blende 1,8 fotografiert habe, ist das rechte Bild mit Blende 11 fotografiert.

Food-Fotografie mit Licht von schräg hinten

Sehr schöne Ergebnisse kann man allerdings nicht nur mit Seitenlicht erzielen, sondern auch mit Licht von schräg hinten. Hier habe ich das gleiche Setting zunächst wieder ohne Reflektor aufgenommen, wobei mich diesmal die Schatten im Vordergrund schon sehr stören.

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Daher habe ich auch hier wieder die Styroporplatte zur Hilfe genommen und sie so platziert, dass die sehr dunklen Schatten im Vordergrund aufgehellt werden.

Food-Fotografie Tipps | Fotografieren mit Tageslicht | food-vegetarisch.de

Auf diesem Wege ist dann auch meine persönliche Lieblingsvariante entstanden, denn bei diesem Motiv finde ich einfach, dass das Licht schräg von hinten die Kuchenstücke am besten zur Wirkung bringt, wobei dies natürlich Geschmacksache ist.

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Motive und Beleuchtung

Aber es gibt auch Motive, da passt einfach Seitenlicht am besten, z.B. wenn man sein Objekt fast auf Augenhöhe vor einer Wand fotografieren will, wie ich das bei meinem zweiten Setting gemacht habe.

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Diesmal brauchte ich auch einen etwas größeren Untergrund als die Sperrholzplatte, wofür ich eine etwas größere Hartschaumplatte genutzt habe. Meist fotografiere ich übrigens meine Motive mit verschiedenen Blendenöffnungen, um dann später die Variante auszuwählen, die mir am besten gefällt. Daher gibt es auch hier wieder zwei Varianten, die mit unterschiedlichen Blendenöffnungen fotografiert sind. Ich bin gespannt, welche euch am besten gefällt.

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Aber am besten ist es, ihr probiert diese Tipps einfach mal selber aus, und dabei wünsche ich viel Spaß!

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Ursprünglich erschien dieser Beitrag beim DIYfrollein. Leider gibt es das DIY Frollein seit 2015 nicht mehr. Warum, könnt ihr hier lesen. Die Homepage wird noch einige Zeit online bleiben, aber nicht mehr aktualisiert. Damit die Artikel und Anleitungen aber nicht verloren gehen, werden alle Autorinnen – mich eingeschlossen – ihre Artikel nach und nach auf den eigenen Blogs veröffentlichen. Mir hat meine, wenn auch recht kurze Zeit, im Team sehr gefallen! Außerdem lieben Dank an Janna, die das DIY Frollein mit ihrer Initiative erst ermöglicht hat!

* Dies sind Amazon Affiliate-Links. Wenn Ihr darüber bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.

12 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Mit Spannung habe ich den Post gelesen und mir viel dabei herausnehmen können. Einfach genial, den niedrigen Tisch als Untergrund für die Food-Arrangements, so eine einfache Lösung. Vielen Dank für die Tipps.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    1. Sehr gerne geschehen, liebe Ela! Und es werden in der Tat noch einige Beiträge vom DIYfrollein folgen, wobei auch einige nicht mehr veröffentlichte Beiträge dabei sein werden. Also lass dich einfach überraschen. Und dass das DIYfrollein schließt ist wirklich sehr schade! LG Eva

  2. Sehr gerne geschehen, liebe Julia! Und vor allem freue ich mich, wenn ich dich zum manuellen Fokussieren und Fotografieren im AV Modus motivieren konnte :)
    Herzliche Grüße zurück nach Köln!
    Eva

  3. Kimon Stefikos sagt:

    Hallo, jetzt habe ich diesen Blog grade entdeckt und bin schon wieder enttäuscht, aber nicht von dem wirklich sehr schön und gut aussagekräftigen Zeilen bzw. Erklärungen dir hier geschrieben wurden, sondern, dass schon wieder eine Seite von gut erklärende Fotografie wegfällt. Schade darum. Aber, Ihr postet ja weiter. Ich werde dran bleiben. Hab hier sehr viel Einblick erhalten. Weil, genauso mag ich das, kurz und knapp, aber trotzdem ausführlich und auf den Punkt gebracht. Weiter so.

    LG

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