Buchrezension | My New Roots

Ein Blog, dem ich, wie so viele andere auch, seit langem begeistert folge, ist der englischsprachige Foodblog My New Roots. Seit 2007 schreibt hier die in Dänemark lebende Ernährungsberaterin Sarah Britton über ihre Ernährungsphilosophie und veröffentlicht regelmäßig selbst kreierte vegetarische und vollwertige Rezepte, von denen ich im Laufe der Zeit schon einige erfolgreich ausprobiert habe. Seit 2015 gibt es 100 von ihr kreierte Rezepte auch in Buchform, wobei das Buch zunächst nur auf Englisch veröffentlicht wurde. In diesem Jahr ist aber im Knesebeck Verlag auch die deutsche Übersetzung von My New Roots erschienen.

Zum Buch „My New Roots“

Auch wenn man My New Roots durchaus als das Buch zum Blog bezeichnen kann, so finden sich auch für regelmäßige Blogleser fast nur neue Rezepte. Diese sind nach den Jahreszeiten sortiert, wobei der Sommer noch zusätzlich in Früh- und Spätsommer unterteilt ist. Einblicke in "My New Roots" | Buchrezension auf FOOD VEGETARISCH

Doch bevor es mit den eigentlichen Rezepten losgeht, kann man zunächst in der Einführung ein wenig mehr über Sarah Brittons Ernährungsphilosophie erfahren. Außerdem hat sie den verschiedenen Basis-Kochtechniken mit den Grundtechniken ein eigenes Kapitel gewidmet. Hier zeigt sie dem Leser u. a., wie man am besten Hülsenfrüchte kocht, wie man Getreide zubereitet, Sprossen zieht oder Nussmilch selber herstellen kann.

Einblicke in "My New Roots" | Buchrezension auf FOOD VEGETARISCH

Mit diesem Grundwissen geht es dann an die eigentlichen Rezepte. Diese sind, wie schon beschrieben, nach den Jahreszeiten sortiert, wobei jedes Jahreszeitenkapitel zunächst durch ein Inhaltsverzeichnis eingeleitet wird, in dem die Gerichte nach den verschiedenen Anlässen aufgelistet sind. So finden sich Rezepte fürs Frühstück, für Zwischendurch, für Hauptgerichte und für Desserts.

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Und wer mehr über die verwendeten Zutaten erfahren will, der sollte sich das abschließende Kapitel In der Speisekammer genauer anschauen. Denn in diesem Kapitel beschreibt Sarah Britton auf 14 Seiten die meisten ihrer Lieblingszutaten ausführlicher, egal ob es sich um Hülsenfrüchte, Fette oder Superfoods handelt.

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Garniert ist dabei alles mit den sehr appetitlich gestalteten Fotos von Sarah Britton, so wie man sie auch von ihrem Blog kennt. Zusätzlich sind vegane und glutenfreie Rezepte, aber auch solche, die etwas mehr (Vorbereitungs-)Zeit benötigen, mit kleinen Piktogrammen gekennzeichnet. Gedacht sind die meisten Rezepte für 4 Personen, aber es finden sich auch viele Rezepte für weniger Personen und auch welche für mehrere Portionen.

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Rezepte, die ich ausprobiert habe

Die ausprobierten Rezepte stammen diesmal aus den Rubriken Für Zwischendurch, Hauptgerichte und Desserts. Dabei habe ich mich ganz subjektiv von meinem Geschmack und teilweise auch von den vorhandenen Zutaten leiten lassen.

Erdbeer-Kamille-Joghurt-Eis (S. 69)

Erdbeer-Kamille-Joghurt-Eis (S. 69)

Das Erdbeer-Kamille-Joghurt-Eis hatte ich eigentlich gar nicht auf meiner Ausprobier-Liste. Aber als ich die Zutatenliste las, war klar, dass ich es ausprobieren musste, da ich nur noch Erdbeeren und Joghurt kaufen musste. Loser Kamillentee gehört bei uns nämlich quasi zur Grundausstattung. Und die Art und Weise, wie Sarah Britton diese wenigen Zutaten kombiniert, hat mir sehr gut gefallen. Denn das Ergebnis war ein Erbeereis mit kleinen Erdbeerstückchen und einem Hauch Kamille, das mir und dem Liebsten sehr gut schmeckte.

Gegrillte Zucchini und Frühlingszwiebeln mit jungem Spinat und Haselnüssen (S. 88)

Gegrillte Zucchini und Frühlingszwiebeln mit jungem Spinat und Haselnüssen (S. 88)

Die Gegrillten Zucchini und Frühlingszwiebeln mit jungem Spinat und Haselnüssen wird es so, oder leicht abgewandelt, sicherlich noch öfters bei uns geben. Sowohl das gegrillte Gemüse als auch das Honig-Dressing mit Chili war sehr köstlich. Bei der Zubereitung hat man die Wahl zwischen Ghee oder Kokosöl, mit dem die Frühlingszwiebeln und Zucchini zunächst bestrichen werden, um sie anschließend noch zu würzen und zu grillen. Ich habe mich beim Nachkochen für Kokosöl entschieden und grad der leichte Kokosgeschmack hat sich dann als das persönliche Geschmacks-I-Tüpfelchen herausgestellt.

Calzone nach einem Rezept von "My New Roots" | FOOD VEGETARISCH

Calzone mit Schwarzkohl, karamellisierten Zwiebeln und Oliven (S. 93)

Der Grund, warum ich die Calzone mit Schwarzkohl, karamellisierten Zwiebeln und Oliven ausprobiert habe, war die Füllung, da ich Kohl sehr gerne esse. Und hier wurde ich auch nicht enttäuscht. Die Kombination aus Schwarzkohl mit Oliven, Tomaten und Fetakäse war sehr nach meinem/unseren Geschmack. Nur den Dinkelpizzateig aus vier Zutaten werde ich wohl nicht in mein Repertoire aufnehmen. Hier fehlte mir etwas Salz und bei mir wurde der Teig auch nicht so elastisch, wie ich es von meinem persönlichen Basisbrotteigrezept kenne. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich statt Trockenhefe frische Hefe verwendet habe.

Karamellisierter Fenchel auf Kräuterpolenta (S. 98)

Karamellisierter Fenchel auf Kräuterpolenta (S. 98)

Dies war wieder so ein Rezept, bei dem ich dachte, es braucht beim Kochen doch wirklich nicht viele Zutaten für ein leckeres Ergebnis. Die Kombination und die Zubereitungstechnik muss einfach stimmen. Und dies trifft sowohl für den karamellisierten Fenchel als auch die Kräuterpolenta zu. Bisher konnte mich Polenta nie wirklich überzeugen. Die Kräuterpolenta hat es nun aber geschafft.

Spritzige Minz-Melonade (S. 123)

Spritzige Minz-Melonade (S. 123)

Die Minz-Melonade hat sich schließlich als der perfekte Sommer-Drink herausgestellt. Denn sie schmeckt durch die Mischung aus Melone und Minze mit kohlesäurehaltigem Mineralwasser im wahrsten Sinne des Wortes erfrischend prickelnd. Und außerdem ist sie sehr schnell und einfach zuzubereiten.

Mein Fazit

Für mich hält My New Roots das, was es verspricht. Denn es enthält jede Menge kreative vegetarische Rezeptideen, die noch dazu einfach umzusetzen und sehr nach meinem Geschmack sind. Was die Zutaten betrifft, so werden teilweise auch etwas exotischere und manche Superfoods verwendet, die ggf. nicht überall vor Ort erhältlich sind, aber es hält sich in Grenzen. Viele Rezepte kommen auch einfach mit dem aus, was man oft schon daheim an Zutaten vorrätig hat, wenn man gerne vegetarisch und vollwertig kocht.

Einblicke in "My New Roots" | Buchrezension auf FOOD VEGETARISCH

Besonders gut gefällt mir außerdem das Kapitel mit den Grundtechniken. Denn hier sind sehr übersichtlich die wichtigsten Zubereitungsmethoden von Hülsenfrüchten und Getreide zusammengefasst und dazu erfährt man noch, wie man Grundzutaten wie Ghee, Nussmilch oder Samenbutter selber machen kann. Und auch das Kapitel In der Speisekammer möchte ich nicht mehr missen. Hier schlage ich immer wieder nach, wenn ich ein wenig mehr über eine bestimmte Zutat erfahren will.

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Von daher kann ich My New Roots jedem empfehlen, der sich ausführlicher mit der modernen vegetarischen Vollwertküche beschäftigen will und Spaß daran hat, neue Geschmackskombinationen auszuprobieren. Dazu ist das Buch wunderschön gestaltet und es macht einfach Spaß, darin zu stöbern, selbst wenn man gar nicht auf der Suche nach einem konkreten Rezept ist.

My New Roots | Knesebeck Verlag | (D) 29,95 EUR | 256 Seiten | 100 raffinierte, pflanzenbasierte Vollwertgerichte, die Körper und Seele gleichermaßen gut tun | Ein schön gestaltetes Kochbuch mit Detox Infos und abwechslungsreichen Rezepten, für die gerne auch ungewöhnliche Zutaten verwendet werden.

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Vielen Dank auch an den Knesebeck Verlag, der mir dieses Kochbuch zur Verfügung gestellt hat.

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