Buchrezension | A Modern Way to Eat

Buchrezension: A Modern Way to Eat | FOOD VEGETARISCH

Es ist weltweit das erste Buch, das auf Papier gedruckt wurde, das aus Apfelresten (Trester) hergestellt wurde. Die Rede ist von dem vegetarischen Kochbuch A Modern Way to Eat von Anna Jones, dessen deutsche Ausgabe kürzlich im Mosaik Verlag erschienen ist. Anna Jones ist eine englische Köchin, Foodstylistin, Foodjournalistin und Kochbuchautorin. A Modern Way to Eat ist ihr erstes eigenes Kochbuch, wobei in Großbritannien bereits der Nachfolgetitel erschienen ist. Anna Jones war außerdem lange Jahre Teil von Jamie Olivers Team, bei dem sie auch ihre Ausbildung gemacht hat. Von Jamie Oliver stammt auch das Vorwort zu ihrem ersten Buch.

Zum Buch

Auf 360 Seiten kann man in A Modern Way to Eat nicht nur über 200 vegetarische Rezepte entdecken, von denen viele auch vegan und glutenfrei sind, sondern man erfährt auch viel über Anna Jones Motivation und Herangehensweise beim Kochen.

Einblicke in das vegetarische Kochbuch "A Modern Way to Eat"

Ihr Essen, das im Großen und Ganzen vollwertig ist, soll nicht nur köstlich schmecken, es soll einem auch helfen, den eigenen ökologischen Fußabdruck auf unserem Planeten zu verkleinern. Und vor allem soll es schnell und einfach zuzubereiten sein und nicht die Welt kosten. Dies alles beschreibt Anna Jones auf eine mir sehr sympathische Art und Weise im einleitenden Kapitel A modern way to eat, das genauso wie das Buch heißt. Insgesamt finden sich in dem Buch sowohl klassische Rezepte als auch zahlreiche Ideen für neue Varianten, verteilt auf die Kapitel (M)ein Grund zum Aufstehen / Für zwischendurch / Eine Schüssel Brühe, Suppe oder Eintopf / Salate zum Satt- und Glücklichessen / Einfaches für mittags, Entspanntes für abends / Herzhafte Gerichte und Ideen für hungrige Horden / Gemüse als Begleitung / Süßes Finale / Kuchen, Brot und mehr / Und was gibt’s zu trinken? und Konfitüre, Chutney, Brühe und andere nützliche Dinge

Inhaltsverzeichnis: A Modern Way to Eat

Dazu gibt es zu vielen Rezepten nicht nur sehr schön gestaltete Fotos des Fotografen Brian Ferry, sondern auch zusätzliche Tipps und Infos zu Zutaten und zur Zubereitung des jeweiligen Rezepts. Bei einigen Rezepten finden sich außerdem noch saisonale Varianten. Ebenfalls von Brian Ferry stammen die Fotos zu den Einstiegsseiten für die verschiedenen Kapitel, in denen die Autorin auch kurz beschreibt, was man auf den folgenden Kapitelseiten erwarten kann.

Einblicke in das Kochbuch "A modern way to eat"

Neben den Rezepten gibt es zudem diverse farbig unterlegte Seiten mit vielen hilfsreichen allgemeinen Tipps zur Entwicklung eigener Rezeptideen, angefangen von Einblicken, wie Anna Jones ein Rezept zusammenstellt über Frühstücks-Smoothies – ein paar Ideen / Ideen für schnelle Sandwiches / Eine Suppe – 1000 Variationen bis hin zu Pestos / Abendessen mit allem drum und dran oder Die Aussenseiter der Gemüsewelt.

Einblick in das vegetarische Kochbuch "A Modern Way to Eat"

Gedacht sind die meisten Rezepte für 4 Personen, aber auch für 2 und für 6 Personen finden sich einige Gerichte. Außerdem gibt es sowohl für glutenfreie als auch für vegane Rezepte separate Register. Hinweise direkt an den Rezepten, ob diese glutenfrei oder vegan sind, finden sich allerdings keine.

Rezepte, die ich ausprobiert habe

Diesmal habe ich sehr viele Rezepte aus dem Buch ausprobiert, was auch daran lag, dass die benötigten Zutaten oft schon Bestandteil meines Vorratsschranks waren. Dies galt z. B. für das Über-Nacht-Bircher-Müesli, bei dem ich die Herbst-Variante mit klein geschnittener Birne ausprobiert habe. Die Zubereitung war, wie versprochen, sehr einfach und sehr lecker, und auch die Flüssigkeitsmenge passte. Hier habe ich in der Vergangenheit auch schon andere Erfahrungen gemacht.

Über-Nacht-Bircher-Müesli (S. 24)

Über-Nacht-Bircher-Müesli (S. 24)

Ähnliches galt für den Frühstücks-Smoothie Alles Grün. Da ich auch hier noch Grünkohl von unserer Gemüsekiste da hatte, musste ich den Mix mit Hanfsamen und Zimt, kombiniert mit Apfel und Bananen einfach probieren, und auch diese Geschmackskombination hat mich überzeugt.

Frühstücks-Smoothie | FOOD VEGETARISCH

Frühstücks-Smoothies (S. 28)

Als besonders köstlich hat sich auch die Kürbissuppe mit Kardamom und Sternanis herausgestellt. Naturreis hatte ich bislang noch nie als Suppeneinlage verwendet, werde das aber bestimmt zukünftig öfter machen.

Kürbissuppe mit Kardamom und Sternanis (S. 99)

Kürbissuppe mit Kardamom und Sternanis (S. 99)

Eine weitere Premiere für mich war die Verwendung von Filo-Teig. Den benötigte ich für die Filo-Pie mit zweierlei Grünzeug. Als Füllung verwendete ich Mangold und Grünkohl, das beides ebenfalls kürzlich in unserer Gemüsekiste zu finden war und in der Kombination einfach nur sehr lecker schmeckte. Und auch hier hielt sich der Aufwand bei der Zubereitung in Grenzen.

Filo-Pie mit zweierlei Grünzeug (S. 207)

Filo-Pie mit zweierlei Grünzeug (S. 207)

Und auch ein Pizza-Rezept mit Blumenkohl-Boden findet sich in dem Buch. Klar, dass ich Die Am-liebsten-jeden-Abend-Pizza dann auch direkt ausprobieren musste. Danach konnten der Liebste und ich dann auch den Namen bestätigen. Die Kombination aus Basilikum mit Tomaten, Fenchel und Blattspinat für den Belag gefiel uns sehr gut zusammen mit dem mit Haferflocken und Mandeln verfeinerten Blumenkohl-Boden.

Die Am-liebsten-jeden-Abend-Pizza (S. 230)

Die Am-liebsten-jeden-Abend-Pizza (S. 230)

Die Paprika-Pommes frites sind übrigens ein weiteres Beispiel dafür, warum mir A Modern Way to Eat so gut gefällt. Denn sie sind aus Steckrüben gemacht und Steckrüben gehören ja doch eher zu den Außenseitern der Gemüseszene, für die man nicht so oft Rezeptideen in Kochbüchern findet. Inzwischen gab es die Steckrüben-Pommes sogar schon zweimal bei uns, wobei ich beim zweiten Mal die Zubereitung insoweit variiert habe, als dass ich die Pommes erst in einer separaten Schüssel mit dem Öl und den Gewürzen gemischt habe, bevor ich sie auf dem Backblech verteilt habe. Das gleichmäßige Mischen auf dem Backblech hatte beim ersten Versuch nämlich doch nicht so gut funktioniert.

Paprika-Pommes frites (S. 247)

Paprika-Pommes frites (S. 247)

Mein Fazit

A Modern Way to Eat gehört für mich zu den Kochbüchern, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, einfach weil die Rezepte mit ihren Zutaten ziemlich genau meinen Geschmack treffen und man mit diesen bestens gerüstet ist für fast alle Gelegenheiten. Das fängt beim Frühstück an und zieht sich über den gesamten Tag bis hin zum Abendessen. Und dank der schönen Fotos hat man auch Einiges zum Gucken. Man sollte dies vielleicht nur nicht machen, wenn man gerade hungrig ist.

Einblicke in "A Modern Way to Eat"

Besonders gut gefallen mir zudem die Einblicke in die Rezeptentwicklung, die man immer wieder an den verschiedenen Stellen im Buch erhält: Seien es Anregungen, wie man ein Rezept abwandeln und weiterentwickeln kann oder wie man die verschiedenen Zutaten miteinander kombinieren kann. Das macht einfach Lust auf eigene Kochexperimente. Und auch die praktische Orientierung kommt bei diesem Buch nicht zu kurz. Denn neben einem Rezeptregister verfügt das Buch noch über ein Zutatenregister und eine Auflistung aller veganer und aller glutenfreier Rezepte.

Einblicke in "A Modern Way to Eat"

Alles in allem ist Anna Jones mit A Modern Way to Eat ein sehr gut durchdachtes vegetarisches Kochbuch gelungen mit vielen kreativen Rezepten und Rezeptideen für leckere, frische Gerichte, die sich zudem schnell zubereiten lassen. Für mich gehört es zu den besten Kochbüchern, die ich dies Jahr in Händen hatte.

A Modern Way to Eat | Mosaik Verlag | (D) 19,99 EUR | 360 Seiten | Über 200 vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag | Ein sehr gut durchdachtes und alltagstaugliches Buch für alle, die sich gerne abwechslungsreich mit viel Gemüse ernähren wollen, ohne dafür stundenlang am Herd stehen zu müssen.

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Vielen Dank auch an den Mosaik Verlag, der mir dieses Kochbuch zur Verfügung gestellt hat.

2 Kommentare

  1. Hallo Eva,
    ich finde dieses Buch auch ganz toll! Man kann so schön darin lesen und „stöbern“. Habe schon viele Rezepte ausprobiert.
    Meine Frage an dich: Meine Steckrüben Pommes waren nicht richtig kross und der -Jeden Abend Pizzaboden-auch nicht. Der Boden war sehr weich. War das bei dir auch so?
    Mein absoluter Favorit sind die Zuccini Polpette, wunderbar!
    Grüße aus Köln,
    Katrin

    • Hallo Katrin,
      ja, bei mir war der Jeden Abend Pizzaboden auch eher weich als kross. Und bei den Steckrüben Pommes ist es wirklich wichtig, diese gut zu waschen und abzutrocknen, und beim Backen regelmäßig die Ofentür zu öffnen. Hab ich beim ersten Mal alles nicht wirklich gründlich gemacht und hatte dann weiche Pommes. Und die Zucchini Polpette will ich jetzt unbedingt auch ausprobieren :)
      Danke für den Tipp und viele Grüße nach Köln,
      Eva

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