Buchvorstellungen

Buchrezension | Backen mit Buchweizen – glutenfrei mit Genuss von Modesta Bersin

Eigentlich backe ich eher selten. In den letzten Wochen ist es aber anders gewesen. So gab es hier bereits glutenfreie Pizzabrötchen mit Knoblauch und glutenfreien Rhabarberbaiser aus frisch gemahlenem Buchweizen. Mir selbst gefĂ€llt der leicht nussige Geschmack von Buchweizen sehr. Beim Mann meines Vertrauens ist es glĂŒcklicherweise nicht viel anders. Doch vor allem hat sich herausgestellt, dass er diese Backwaren, anders als so manch klassische Erzeugnisse aus Auszugsmehl, prima vertrĂ€gt.

Beide Rezepte stammen aus dem Buch Backen mit Buchweizen – glutenfrei mit Genuss* von Modesta Bersin. Erschienen ist das Buch vor zwei Jahren im AT Verlag, ich selbst habe es fĂŒr mich aber erst Anfang dieses Jahres entdeckt. Viele BĂŒcher zum Thema glutenfreies Backen, die ich mir bis dahin angesehen hatte, verwenden oft fĂŒr ihre Rezepte fertige Universalmehlmischungen, die zusĂ€tzlich mit Ballaststoffen aus verschiedenen Fasern und Kleien angereichert sind, ohne dass man ganz genau erfĂ€hrt, was alles in welchen Mengen in den Mischungen enthalten ist. Ich möchte aber gerne wissen, womit ich koche und backe. Auch mahle ich inzwischen das Mehl zum Backen selber. Wieso ich das mache, kann man u. a. schön zusammengefasst bei Melanie und Sönke vom Vollwert-Blog nachlesen.

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Ähnlich ging es wohl auch der Autorin Modesta Bersin, die seit 25 Jahren als ErnĂ€hrungs- und Fastenberaterin arbeitet und die sich außerdem glutenfrei ernĂ€hren muss, dabei aber nicht auf eine vollwertige ErnĂ€hrung verzichten wollte. Sie schreibt dazu selber, dass ihr das gelungen ist, indem Buchweizen zu einem festen Bestandteil in ihrer KĂŒche geworden ist. Da Buchweizen sich aufgrund der fehlenden Gluten beim Backen völlig anders verhĂ€lt als Getreide, musste sie dazu allerdings die verschiedenen Rezepte neu erarbeiten. Teilweise griff sie außerdem auf traditionelle Rezepte mit Buchweizen zurĂŒck. In der Bretagne werden z.B. schon seit dem Mittelalter Buchweizen-CrĂȘpes gebacken.

Und so finden sich in Backen mit Buchweizen insgesamt 70 Rezepte fĂŒr Kuchen, Torten, Brote und KleingebĂ€cke mit Buchweizen inclusiver Basisrezepte fĂŒr alle Teigarten. Von klassischen RĂŒhrteigen, ĂŒber Knet- und Quark-Öl-Teige bis hin zu Biskuitteigen reicht die Auswahl. Aber auch Broten und Brötchen und CrĂȘpes, Blini & Co sind eigene Kapitel gewidmet.

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In einem einleitenden Kapitel erfĂ€hrt man zudem HintergrĂŒndiges und Wissenswertes zum Buchweizen, wobei die Informationen auf mich einen gut recherchierten Eindruck machen. So wird z. B. darauf hingewiesen, dass beim Buchweizen die Verarbeitung in einer europĂ€ischen MĂŒhle noch nichts ĂŒber die Herkunft des Buchweizens aussagt. Und genauso wenig sollte man davon ausgehen, dass jeder im Handel erhĂ€ltliche Buchweizen auch immer vollstĂ€ndig glutenfrei ist, da durch die Fruchtfolge auf dem Feld, bei der Lagerung, beim Vermahlen… immer auch eine Kontamination mit anderem Getreide möglich sein kann. Wenn man sich nicht glutenfrei ernĂ€hren muss, sondern einfach sehr gerne Buchweizen mag, ist das nun nicht weiter tragisch. Ansonsten sollte man natĂŒrlich unbedingt darauf achten, dass der gekaufte Buchweizen bzw. das Buchweizenmehl auch als glutenfrei gekennzeichnet ist.

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Auch der eigentliche Rezeptteil gefĂ€llt mir sehr gut. Nicht nur, dass die Rezepte sehr abwechslungsreich sind, bislang sind mir auch alle auf Anhieb gelungen. Neben den bereits auf dem Blog gezeigten Pizzabrötchen und dem Rhabarberbaiser habe ich mich vor allem durch das CrĂȘpekapitel mit Begeisterung gebacken. Auch die Fotos zu den Rezepten gefallen mir sehr. Und, was leider nicht mehr immer selbstverstĂ€ndlich ist, sie passen auch zu den Angaben in den Rezepten. Denn hier hatte ich kĂŒrzlich bei einem anderen Buch leider ganz andere Erfahrungen gemacht. Doch bei Backen mit Buchweizen passt alles.

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Und das alles passt, dafĂŒr sorgt auch die abschließende Doppelseite Glossar und KĂŒchenpraxis mit wertvollen zusĂ€tzlichen Tipps, auch was den Umgang mit anderen NahrungsmittelunvertrĂ€glichkeiten betrifft. So kann man z.B. bei MilchunvertrĂ€glichkeit die Milchprodukte in allen Rezepten durch Kokosmilch ersetzen und fĂŒr eine milcheiweißfreie ErnĂ€hrung wird empfohlen, die Milchprodukte durch verdĂŒnnte Sahne auszutauschen. GesĂŒĂŸt wird ĂŒbrigens in den meisten Rezepten wahlweise mit Vollrohrzucker oder mit Honig, wobei ich selber Letzteres vorziehe.

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Dass ich dies Buch, seit es bei mir eingezogen ist, nicht mehr missen möchte, und dass es seinen Platz als neues persönliches Standardbackbuch im Sturm erobert hat, könnt ihr nun sicherlich gut nachvollziehen. Vor allem enthÀlt Backen mit Buchweizen noch so viele Rezepte, die ich ebenfalls unbedingt ausprobieren will. Von daher bin ich sehr froh, dass ich dies Buch gefunden und mir gegönnt habe.

Habt einen schönen Start in die Woche! Liebe GrĂŒĂŸe, Eva.

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* Dies sind Amazon Affiliate-Links. Wenn Ihr darĂŒber bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.

4 Kommentare Neues Kommentar hinzufĂŒgen

  1. Simone sagt:

    Hallöchen, das Buch interessiert mich sehr. Hab es mir gerade mal ĂŒber den Link bei Amazon angeschaut. Sind aber fast nur sĂŒĂŸe Rezepte, oder? Wie ist das mit Herzhaftem? Ich frage, weil ich keine Eier esse und die sĂŒĂŸen Rezepte waren alle mit mehreren Eiern ….
    LG Simone

    1. Hallo Simone,
      wenn ich mich jetzt nicht verzĂ€hlt habe, sind 9 Rezepte (fĂŒr verschiedene Brotsorten und Brötchen) ohne Ei. Dann gibt es noch einige Knetteig-Rezepte (z.B. fĂŒr Tartes), bei denen fĂŒr den Teig keine Eier verwendet werden, aber fĂŒr den Belag. Hier könnte man vielleicht noch eilose Alternative finden. Ansonsten ist das Buch aber schon sehr eihaltig.
      LG Eva

  2. bianca sagt:

    cool! buchweizen ist wirklich speziell. in wien gibt es ihn nur schwer gemahlen zu finden – denke, am land noch schwieriger.
    ich habe in tokyo einen kochkurs fĂŒr soba – buchweizen – nudeln gemacht und war ĂŒberrascht, was fĂŒr eine große kunst dahinter steckt aufgrund der beschaffenheit von buchweizen.
    lg aus wien, bianca

    1. Uiii, um den Kochkurs in Tokyo beneide ich dich! Japan ist allerdings auch ein Land, das sehr weit oben auf meiner Reisewunschliste steht. Und was den gemahlenen Buchweizen betrifft, den mahle ich, seitdem ich glĂŒckliche Besitzerin einer GetreidemĂŒhle bin, immer selbst. Das macht die Beschaffung deutlich einfacher :)
      LG nach Wien, Eva

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