Projekt Nutzgarten

Unser Gemüsegarten-Jahr 2020: Anbaupläne, Erfolge und Misserfolge

Gemüsegarten 2020
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Nachdem ich vor einem Jahr bereits hier und auch hier über unser Gemüsegarten-Jahr 2019 berichtet habe, gibt es jetzt den nächsten Jahresrückblick. Wie für so manch andere auch, war für mich 2020 das ungewöhnlichste Jahr, das ich bisher erlebt habe. Anders als für viele andere, hielten sich für uns die Beschränkungen bislang aber in Grenzen. Und wenn man durch ein wenig Verzicht dazu beitragen kann, dass sich Covid-19 nicht noch weiter ausbreitet, dann soll das so sein. Außerdem hat Covid-19 zusammen mit seinen Begleiterscheinungen, wie z. B. weniger Aufträge, dazu geführt, dass ich mir noch bewusster gemacht habe, was mir wichtig ist und was mir gut tut. Und da steht der Garten noch immer ganz oben auf meiner Liste der Orte, wo ich mich wohl fühle. Hier habe ich 2020 noch mehr Zeit verbracht als in den Vorjahren. Es wurde gesät, gepflanzt, gestaltet und geerntet, Freunde kamen zum Gartenkaffee oder Feierabendbier vorbei und gelegentlich wurde auch fotografiert.

Und beim Gärtnern probierte ich auch Neues aus. Anders also im Vorjahr, habe ich nicht nur im Frühjahr Gemüse vorgezogen, um nach den Eisheiligen größere Pflanzen in die Beete setzen zu können, sondern auch während der Saison, um schneller Erntelücken in den Beeten füllen zu können. Inspiriert hat mich dazu Charles Dowding, dessen Blog und YouTube Videos ich inzwischen sehr gerne schaue. Durch ihn habe ich auch die Multi Sowing Methode kennengelernt, bei der bestimmte Gemüsesorten als Bündel vorgezogen und zusammen ausgepflanzt werden, was mehr Ertrag auf gleicher Fläche bedeutet im Vergleich zur klassischen Reihenaussaat. Und bei Gemüsesorten, die ich weiterhin ganz klassisch in Reihen säe/pflanze, habe ich mir inzwischen angewöhnt, diese ein Drittel dichter zu pflanzen als angegeben. Hier bin ich auch deutlich experimentierfreudiger geworden bezüglich der angegebenen Aussaatzeiten. Radieschen einen Monat früher auszusäen, hat zum Beispiel wunderbar geklappt. Beim Weißkohl könnte ich allerdings zu spät mit der Aussaat gewesen sein. Aber sowas sind dann einfach Erfahrungen, die man sammelt.

Januar/Februar 2020

Die Basis für unseren Gemüsegarten bildeten auch in diesem Jahr die drei Gemüsebeete, die wir 2018 nach dem Quick and Dirty Prinzip gebaut hatten. Sie halten noch immer, auch wenn wir im Laufe des Jahres einzelne Bretter neu verschrauben mussten. Anders als im Vorjahr hatten wir diesmal den Mangold nicht komplett abgeerntet und abgeräumt. Gedankt hat er es uns damit, dass wir auch über die Wintermonate von ihm ernten konnten. Beim Grünkohl hatten wir mit dem „Altmärker Braunkohl“ eine neue Sorte ausprobiert, die uns sehr gut gefallen hat und der wir erstmal treu bleiben werden. Für die rote Rosenkohlsorte galt dies allerdings nicht, trotz hübscher Optik. Die Ernte war einfach zu gering, sodass ich mich direkt auf die Suche nach einer Alternative machte, um diese im Laufe des Jahres auszusäen. Das Februarfoto war übrigens keine Vorahnung auf das Social Distancing, das 2020 prägen sollte. Es war einfach so, dass wir uns mit dem Foto zu lange Zeit gelassen hatten und ich dann am 29. Februar selbst zur Kamera greifen musste.

Gemüsegarten Aktivitäten
im Januarim Februar
Voranzucht im Haus: —Voranzucht im Haus: Paprika „Puztagold“
Direktsaat/Pflanzung im Freiland: —Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Puffbohne „Eleonora“
Ernte: Grünkohl, Rosenkohl, Mangold, Feldsalat, AsiasalatErnte: Grünkohl, Rosenkohl, Mangold, Feldsalat, Asiasalat

März/April 2020

Der März startete aus Gartensicht grandios mit einem Garten-Workshop bei Svetlana vom Blog Osmers Garten. Eigentlich dachte ich zu dem Zeitpunkt, dass ich unsere Gemüsebeetplanung bereits abgeschlossen hätte. Doch dann gab es jede Menge Input und für die Anbaupläne ein Update, um weiteres Gemüse in den Beeten unterzubringen. Fehlendes Saatgut wurde bestellt und sowohl mit der Vorkultur im Haus als auch der Direktsaat begonnen. Beim Rosenkohl hatte ich mich inzwischen für die Sorte „Hilds Ideal“ entschieden. Und sie macht bisher ihre Sache ganz gut. Außerdem habe ich die Zeit genutzt, um einige Rankhilfen aus Haselnussruten zu basteln.

Gemüsegarten Aktivitäten
im Märzim April
Voranzucht im Haus: Tomaten „Black Cherry“, „Sunrise Bumble Bee“, „Quedlinburger Frühe Liebe“, „Tigerella“, „Golden Currant“ und „Rote Murmel“, Gurke „Persika“, Zucchini „Zuboda“, Kürbis „Mini Butternut“, Buschbohne „Saxa“, Grünkohl „Altmärker Braunkohl“, Rosenkohl „Hilds Ideal“, Gelbe Bete „Burpees Golden“, Weiße Beete „Albina Vereduna“Voranzucht im Haus: Fenchel „Perfektion“, Kohlrabi „Lanro“, Schnittsalat „Mischung“ und „Ochsenzunge“, Mangold „Bright Lights“
Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Knoblauch „Flavor“, Steckzwiebel „Red Baron“ und „Sturon“, Karotte „Duwicker Streit“, Salatrauke, Zuckererbse „Graue Buntblühende“, Kartoffeln (Sortiment mit unterschiedlich früh und spät reifenden Sorten)Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Radieschen „Parat“ und „Eiszapfen“, Spinat „Nores“ und „Matador“
Ernte: Grünkohl, Rosenkohl, Mangold, Feldsalat, AsiasalatErnte: Spinat, Radieschen, Rhabarber, Feldsalat
Pflanzen, die ich 2021 zu einem anderen Zeitpunkt vorziehen will
  • Tomaten: die besonders früh tragende Fleischtomate Paprikaförmige hatte ich bereits Mitte Februar ausgesät, die restlichen Tomatensorten Mitte März. Das Ergebnis war, dass ich zum Schluss fast schon Schwierigkeiten hatte, die großen Pflanzen im Haus zu pflegen, bis ich sie endlich auspflanzen konnte. Mal sehen, wie gut es gelingt, wenn ich erst Ende März mit der Voranzucht beginne.
  • Gurken und Kürbis: hier hatte ich Mitte April mit der Voranzucht begonnen. Beim Auspflanzen Mitte Mai waren die Pflanzen noch so klein, dass direkt die Schnecken über sie herfielen. Nun habe ich geplant, Gurken und Kürbis doch schon ab Ende März/Anfang April vorzuziehen, damit sie den Schnecken und anderen äußeren Einflüssen besser trotzen können.

Mai/Juni 2020

2019 gehörten die Puffbohnen noch zu meinen Gemüsefails, 2020 waren sie ein Highlight. Bereits im Oktober hatte ich die Winterpuffbohne „Priamus“ gesät und zusammen mit der Sorte „Eleonora“ sorgte sie ab Juni für eine erfreuliche Ernte. Einige Bohnen haben wir direkt zubereitet, einige blanchiert und für später eingefroren. Und nach den Eisheiligen konnte dann auch endlich ein Großteil der vorgezogenen Pflanzen zusammen mit den Ollas, die wir zur zusätzlichen Bewässerung nutzen, wieder in die Gemüsebeete ziehen. In den Beeten wurde es voller, im Haus wurden wieder Tische und Fensterbänke frei.

Gemüsegarten Aktivitäten
im Maiim Juni
Voranzucht im Haus: Kohlrabi „Lanro“, Weiße Beete „Albina Vereduna“, Zucchini „Zuboda“Voranzucht im Haus: —
Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Buschbohne „Purple Teepee“Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Schnittsalat „Mischung“
Ernte: Radieschen, Salat, SpinatErnte: Radieschen, Salat, Spinat, Mangold, Zuckererbsen, Puffbohnen, Kohlrabi

Juli/August 2020

Anfang Juli habe ich mich von diesem Beitrag über Wintergemüse bei Wurzelwerk anfixen lassen und spontan entschieden, einige der dort vorgestellten Sorten auszusäen, um auch im Winter noch Gemüse ernten zu können. Meine Wahl fiel dabei neben weiteren Kohlrabisorten („Azur Star“ und „Superschmelz“) auf Weißkohl, Wirsing, Herbstrüben, Rote Bete, Porree und Wintersalat. Da in den Gemüsebeeten aber noch kein Platz war, habe ich sie Anfang Juli in zwei kleinen Hochbeeten vorgezogen, die bei uns geschützt an der Hauswand stehen.

Unsere Gemüsegarten Aktivitäten im Juli

im Juliim August
Voranzucht im Freien: Kohlrabi „Superschmelz“ und „Azur Star“, Rote Bete „Tondo di Chioggia“, Mairübe/Herbstrübe „Golden Ball“, Poree „Blaugrüner Winter/Avano“, Weißkohl „Domarna“, Wirsing „Winterfürst 2“, Schnittsalat „Mischung“Voranzucht im Freien: Schnittsalat „Mischung“
Direktsaat/Pflanzung im Freiland: —Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Spinat „Nores“ und „Matador“
Ernte: Radieschen, Salat, Mangold, Fenchel, Tomaten, Puffbohnen, Buschbohnen, Bete, Karotten, KartoffelnErnte: Radieschen, Salat, Kohlrabi, Mangold, Tomaten, Puffbohnen, Buschbohnen, Zucchini, Bete, Karotten, Kartoffeln

September/Oktober 2020

Seit Sommer wussten wir es, im September zogen dann Flocke und Blacky, unsere bisherigen Nachbarskatzen offiziell bei uns ein, damit sie in ihrem Revier bleiben konnten. Blacky hatte mir schon seit einer gefühlten Ewigkeit regelmäßig beim Gärtnern Gesellschaft geleistet. Aber auch seine Schwester Flocke stellte sich als begeisterte Gartenkatze heraus, die neugierig unsere Gemüsebeete erkundete. Dort sorgten vor allem die Zucchini- und Kürbispflanzen für jede Menge Grün. Nur mit den Früchten wollte es in diesem Jahr so gar nicht klappen. 2020 waren wir von einer Zucchinischwemme weit entfernt und ernten konnten wir ganze zwei Butternut Kürbisse: pro Pflanze ein Kürbis. Da ist also noch viel Potential. Mal sehen, ob hier ein anderer Standort und mehr Dünger zukünftig abhilfe leisten können.

„Drahtwürmer“

Im Oktober machte ich außerdem meine erste Bekanntschaft mit „Drahtwürmern“. Ich hatte einige Salatpflanzen als Nachkultur in unsere Tomatenkisten gepflanzt. Nur verkümmerte in einer der Kisten ein Pflänzchen nach dem anderen. Auf der Suche nach dem Übeltäter und geeigneten Maßnahmen wurde ich schließlich in dem Buch Bist du noch zu retten? [Affiliate-Link] fündig. „Drahtwürmer“, bei denen es sich genau genommen um die Larven der Schnellkäfer handelt, hatten sich in der Kiste breit gemacht. Die noch nicht verwelkten Salatpflänzchen konnte ich durch Umsiedeln retten, wobei ich sehr genau darauf geachtet habe, keinerlei „Drahtwürmer“ mit umzuziehen. Und um die kleinen Biester loszuwerden und die restlichen Salatpflanzen zu schützen, pflanzte ich in sämtliche Kisten Tagetes, die glücklicherweise bereits an verschiedenen Stellen in unserem Garten wuchsen. Denn neben Ringelblumen haben auch Tagetes eine giftige Wirkung für die Larven des Schnellkäfers. Noch ein Grund mehr für mich, im diesem Jahr genauer darauf zu achten, Ringelblumen und Tagetes auch zwischen die bevorzugten Futterpflanzen der „Drahtwürmer“ zu setzen.

Gemüsegarten Aktivitäten
im Septemberim Oktober
Voranzucht im Freien: Salat „Kopfsalat Wintersalat“, Asia-Salat „Red Giant“, Feldsalat „Verte de Cambrai“, Pak ChoiVoranzucht im Freien: —
Direktsaat/Pflanzung im Freiland: —Direktsaat/Pflanzung im Freiland: Winterpuffbohne „Priamus“
Ernte: Salat, Kohlrabi, Mangold, Tomaten, Buschbohnen, Zucchini, KürbisErnte: Salat, Kohlrabi, Mangold, Tomaten, Zucchini, Kürbis, Topinambur

November/Dezember 2020

Mangold hat wirklich das Potential zum Dauerbrenner als Gemüselieferant. Denn auch im November und Dezember ließen sich die Pflanzen weiter beernten. Aber auch den ersten Grünkohl und Rosenkohl konnten wir ernten. Bei den Herbstrüben waren allerdings die Schnecken schneller. Dafür war ich mit der Roten Bete Ernte sehr zufrieden und auch Kohlrabi gab es immer mal wieder, wobei einige Pflanzen auch noch in den Beeten stehen. Was wir bisher noch nicht geerntet haben, sind Weißkohl, Wirsing und Porree. Die Pflanzen sehen alle noch recht weit entfernt aus von erntebar. Da heißt es also schauen, wie sie sich in 2021 weiter entwickeln und herauszufinden, ob ich sie vielleicht doch zu spät ausgesät habe.

Gemüsegarten Aktivitäten
im Novemberim Dezember
Voranzucht im Freien: —Voranzucht im Freien: —
Direktsaat/Pflanzung im Freiland: —Direktsaat/Pflanzung im Freiland: —
Ernte: Kohlrabi, Mangold, Salat, Grünkohl, Rosenkohl, TopinamburErnte: Kohlrabi, Mangold, Salat, Grünkohl, Rosenkohl, Topinambur

Unsere Gemüsegarten Anbaupläne 2020

Und so sahen unsere Anbaupläne 2020 für die drei Gemüsebeete aus.

Gemüsegarten Anbaupläne 2020

Vieles davon will ich auch 2021 übernehmen, wenn auch nicht in den gleichen Beeten. Aber grundsätzlich haben diese Pläne ganz gut funktioniert. Jetzt heißt es nur nachzujustieren, wovon wir dies Jahr mehr und wovon wir weniger anbauen wollen. Allerdings will ich unter anderem neue Standorte für die Gurken und die Paprika suchen. Für die Paprika und vermutlich auch für die Gurken war es einfach nicht sonnig genug. Es gab kaum (Gurke) bzw. gar keine Früchte (Paprika) zu ernten. Hier denke ich nun über eine Anzucht in Kästen und Kübeln auf der Terasse nach. Und wie sah 2020 euer Gartenjahr aus?

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