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Rhabarberkuchen mit Quark nach einem 50er Jahre Rezept

‚Uii, prima, dann kann ich euch meinen Rhabarberkuchen ja noch rasch präsentieren :)‘, das ging mir durch den Kopf, als ich jetzt im Supermarkt gesehen habe, dass es ja noch immer Rhabarber zu kaufen gibt. Denn gefühlt kommt es mir fast schon wie eine kleine Ewigkeit vor, dass ich mich an einem Rhabarberkuchen mit Quark versucht hatte, den ich in der Rezeptsammlung meiner Mutter aus den 50er Jahren entdeckt hatte und der mir so gut geschmeckt hat, dass ich eigentlich sofort darüber berichten wollte.

Auf den Rhabarbergeschmack bin ich selbst sehr spät gekommen. Früher mochte ich Rhabarber so gar nicht, weil er mir einfach viel zu sauer war. Und heute ist es genau dieser fruchtig säuerliche Geschmack, warum ich Rhabarber so erfrischend finde und vor allem Kuchen mit Rhabarber so liebe. Irgendwie schon faszinierend, wie sehr sich der Geschmack im Laufe der Zeit doch ändern kann. Hab ich als Kind noch den Rhabarber aus dem Garten meiner Eltern verschmäht, so stell ich mich heute sogar begeistert an, nur um ein Stück leckeren hausgemachten Rhabarberkuchen mit Baiserkruste und Sahne zu ergattern. Und „Schuld“ an dieser neu entdeckten Rhabarberliebe ist vermutlich eine ehemalige Kollegin, die mir, als ich vor gut 10 Jahren wieder zurück in den Norden zog, so sehr vom Rhabarberkuchen im Kurhaus Dangast vorschwärmte, das ich erst neugierig wurde und nach dem ersten Probieren dann auch selbst infiziert war :). Wer übrigens mehr über den Dangaster Kuchen erfahren will, einfach mal nach „kurhaus dangast rhabarberkuchen“ googeln.

Vermutlich ist das Rezept hinter dem Dangaster Kuchen auch noch älter als jenes aus der Rezeptsammlung bei meiner Mutter. Außerdem unterscheiden sich die beiden Kuchen darin, dass es sich bei dem einen um einen Rührteig handelt und bei dem anderen um einen Mürbteig, so dass sich diese beiden Kuchen sowieso keinerlei Konkurrenz machen wollen. Und wer nun die Mürbteigversion mit Quark ausprobieren will, für den habe ich noch einen wichtigen Tipp: Achtet darauf, dass der Rhabarberkompott möglichst trocken ist, damit er den Boden nicht durchweicht. An dieser Stelle gestehe ich lieber gleich, dass mir genau dies bei meinem ersten Backversuch passiert ist ;). Dem Geschmack hat das allerdings keinen Abbruch getan. Nur das Servieren wurde so zu einer unerwarteten Herausfordung. Allen Testessern, inclusive der Nachbarin, hat der Kuchen aber dennoch prima geschmeckt und ich hoffe, euch wird es genauso ergehen. Bevor Ende Juli die Rhabarbersaion zu Ende geht, wäre ja noch ein wenig Zeit zum Ausprobieren :).

Rhabarber Kuchen mit Quark | food-vegetarisch.de

Rhabarberkuchen mit Quark

Zutaten

Zutaten Teig
  • 200 g Mehl
  • 50 g feine Speisestärke
  • 125 g Butter
  • 65 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1/2 Päckchen Backpulver
Zutaten Füllung
  • 500 g Rhabarber in Stücke geschnitten
  • 100 g Zucker
  • 60 ml Wasser
Zutaten Quarkmasse
  • 2 Eier
  • 125 g Zucker
  • 250 g Quark
  • 25 g Mandeln gehackt
  • 1/2 Zitronenschale abgerieben
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Anleitungen

Zubereitung
  • Alle Zutaten für den Teig in eine Rührschüssel geben und mit den Knethaken eines Rührgeräts zu einem bröseligen Teig verarbeiten.
  • Die Brösel dann auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und mit den Händen zu einen glatten Mürbteig kneten.
  • Vor dem Ausrollen den Teig in Frischhaltefolie eingewickelt für 20-30 Minuten kalt stellen.
  • Den Teig ausrollen und den Boden und den Rand einer Springform mit 26 cm Durchmesser damit auskleiden. Den Teigboden mehrmals einstechen und 10-15 Minuten bei 180°C (Umluft) anbacken.
  • Das Wasser zum Kochen bringen, die Rhabarberstücke und den Zucker darin dämpfen und anschließend auf dem Teigboden verteilen.
  • Die Eier trennen und die Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren. Den Quark, die Mandeln und die abgeriebene Zitronenschale hinzufügen. Zuletzt zwei Eischnee mit Vanillezucker unterziehen.
  • Die Quarkmasse über den Rhabarber geben und den Kuchen bei 180°C Umluft 30 Minuten nachbacken.

Notizen

vegetarisch:

Rhabarber Kuchen mit Quark | food-vegetarisch.de

Dieser Rhabarberkuchen mit Quark aus den 50ern ist auch mein Beitrag zum Küchenplausch Rhabarber-Event.

7 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Peter sagt:

    Vielleicht solltest du das Thema Rhabarber in „10 Gedanken zu…“ vertiefen? Mir würden jedenfalls so 5-6 thoughts dazu einfallen. Gruß, Peter (der gerade eigenen Rh. geerntet hat :) )

    1. Hmm… jetzt hast du mich ja schon neugierig gemacht… sprich, stell dich am besten schon mal darauf ein, dass ich dich demnächst noch ein wenig löchern werde ;)

      Liebe Grüße, Eva (die vielleicht irgendwann auch mal eigenen Rh. ernten kann :))

  2. Sandy sagt:

    Ich mag Rhabarber sehr gern! Mit Quark habe ich ihn noch nicht ausprobiert, sollte ich vielleicht noch schleunigst tun, bevor er ganz verschwindet. Und für die „10 Gedanken zu…“ bin ich auch, auch wenn ich nichts Inhaltliches beisteuern kann.
    Liebe Grüße,
    Sandy

    1. Ja, das mit dem Ausprobieren wäre wirklich ein Gedanke wert :) und wegen der anderen „10 Gedanken zu…“ weiß ich jetzt ja schon jemanden, den ich im Falle eines Falles löchern könnte ;)
      Liebe Grüße, Eva

  3. Hallo
    Meine Liebe fuer Rhabarber fing auch erst spaet an, als Kind konnte ich den saueren Geschmack schon leiden, aber dieses stumpfe Gefuehl auf den Zaehnen nicht. Aber man gewoehnt sich an alles oder wie war das?
    Danke fuer das tolle Rezept, die ‚Classics‘ sind mir oft am Liebsten. Uebrigens bei uns ist Quark mittlerweile auch erhaeltlich, nicht so gut wie in D, aber fuer Kaesekuchen schon zu gebrauchen. Und er steht als quark im Kuehlregal, hoert sich lustig an, wenn die Amis versuchen es auszusprechen. ;)
    Liebste Gruesse
    Eva

    1. Uiii, das hätte ich jetzt ja gar nicht gedacht, dass Quark gar nicht immer in USA erhältlich war… also wieder was, was man doch nicht für selbstverständlich nehmen sollte. Und ich muss ja zugeben, gerne würde ich jetzt einen Amerikaner hören, der eine Packung „Quark“ haben möchte, da hast du mich jetzt ja schon neugierig gemacht :)
      Liebste Grüße zurück,
      Eva

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