Buchvorstellungen

Buchrezension | Die grüne Küche für jeden Tag

Die grüne Küche für jeden Tag

Vorratsgläser gefüllt mit Hummus oder Pesto, vorgekochten Linsen, Ofengemüse und anderem haben in den letzten Wochen Einzug in unseren Kühlschrank gehalten. Diese bereite ich zu, wenn es gerade passt, damit ich gewappnet bin, wenn mal wieder plötzlich der Hunger da ist. Denn anstatt dann den Lieferdienst des Vertrauens anzurufen (was in der jüngeren Vergangenheit doch viel zu oft passiert ist), nutze ich nun den Inhalt dieser Gläser als Basis, um mir/uns daraus schnell etwas Leckeres zuzubereiten. Eine Strategie, die bislang aufzugehen scheint. Auf die Idee gebracht hat mich das Buch Die grüne Küche für jeden Tag – Schnell, gesund & vegetarisch von David Frenkiel & Luise Vindahl, das im Knesebeck Verlag erschienen ist. Nach Die grüne Küche und Die Grüne Küche: Smoothies & Co. ist dies nun schon das dritte Buch, das ich von den beiden vorstelle.

Zum Buch „Die grüne Küche für jeden Tag“

Viele Anhänger der grünen Küche kennen David Frenkiel und Luise Vindahl vermutlich bereits durch ihren erfolgreichen vegetarischen Food-Blog Green Kitchen Stories, den es nun schon seit 10 Jahren gibt. Er war auch einer der ersten Food-Blogs, den ich für mich entdeckt habe, einfach weil mir der Stil ihrer Rezepte auf Anhieb gefiel. Jede Menge Rezepte erwarten einen auch, wenn man durch Die grüne Küche für jeden Tag blättert. Dazu hat dieses Kochbuch hervorragende Coffee Table Buch Qualitäten aufgrund seines Formats und den vielen ansprechenden, großformatigen Fotos. Sortiert sind die Rezepte nach ihrem Verwendungszweck: Basics aus dem Kühlschrank, Frühstück, Zum Mitnehmen, Unter der Woche, Am Wochenende, Aufstriche und Beilagen und Desserts. Das wichtigste Kapitel ist dabei sicherlich Basics aus dem Kühlschrank. Die dort vorgestellten Basisrezepte, die ich inzwischen fast alle durchprobiert habe, sind Bestandteil vieler Gerichte in den folgenden Kapiteln. Abgerundet wird das Buch durch ein umfangreiches Register und eine kurze, sehr informative Einführung mit zusätzlichen Tipps zu den Rezepten. Es gibt u. a. eine Liste mit den wichtigsten Grundzutaten und eine Empfehlung für besonders hilfreiche Küchengeräte.

Die Rezepte selber sind im klassischen „Green Kitchen Stil“ gehalten, so wie man ihn bereits vom Blog und den anderen Büchern der beiden Autoren kennen könnte. Sie basieren hauptsächlich auf Gemüse, aber auch Vollkorngetreide, gute Fette, natürliche Süßmittel, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte und Obst werden verwendet. Außerdem kommen pflanzliche Milch, glutenfreie Mehle, Eier, Joghurt und Feta zum Einsatz. Viele Gerichte eignen sich aber auch für Veganer oder lassen sich passend abändern. Und da jedes Gemüse, das in der passenden Jahreszeit geerntet wurde, besser schmeckt und preiswerter und nachhaltiger ist, beschränken sich David und Luise bei ihren Rezepten soweit wie mögliche auf saisonale Zutaten. Außerdem teilen die beiden in diesem Buch all ihre Kniffe, die es den beiden „ermöglichen, gut zu essen, selbst wenn der Kühlschrank halb leer ist“. Und sie geben einen Einblick, wie Essen bei ihnen daheim funktioniert, mit welchen Tricks sie arbeiten und wie sie den Aufwand reduzieren, um jeden Tag frisches, gesundes Essen zuzubereiten. Dies geschieht sowohl im Einleitungsteil als auch bei den Rezepten selber.

Einen Blick ins Buch gibt es außerdem auf der Website vom Knesebeck Verlag.

Rezepte, die ich ausprobiert habe

Inzwischen gibt es bereits einige Rezepte, die ich mehr als einmal zubereitet habe. Hierzu gehören sowohl Basisrezepte wie der Himmlische Hummus, das Perfekte Pesto oder die Chia-Reserve, aber auch die Kürbissuppe mit Ziegenkäsejoghurt und die Kurkuma-Heidelbeer-Muffins mit Granola. Die Muffins waren übrigens das erste Rezept, das ich ausprobiert habe, da ich die Zutaten sowieso da hatte und die Heidelbeeren einfach gegen Johannisbeeren ausgetauscht habe. Was mir bei diesem und auch den anderen ausprobierten Rezepten besonders gefällt, ist die Kombination aus unkomplizierter Zubereitung und sehr leckerem Ergebnis. So sorgt bei der Kürbissuppe der Ziegenkäsejoghurt für das gewisse Etwas und bei den Muffins ist es das Granola.

Und sowohl bei der Kürbissuppe als auch bei den Kürbiskuchen-Schokoriegel kommt das Kürbispüree aus dem Basics aus aus dem Kühlschrank-Kapitel zum Einsatz. Dieses lässt sich ganz easy-peasy im Ofen zubereiten. Es hält sich einige Zeit im Kühlschrank oder man kann es für später einfrieren. Und was man dann daraus zubereiten kann, ist einfach nur lecker. Deshalb freue ich mich auch schon auf meine Kürbisernte. Eine Kürbisschwemme fürchte ich so gewappnet nicht mehr.

Aber auch die anderen Rezepte, die ich bisher probiert habe, wie der Rhabarber-Chia-Pudding, das Alltags-Dal und die Wa-wa-wum Donuts aus dem Ofen machen Lust auf mehr, da sie genau meinen Geschmack treffen. Entsprechend habe ich mir auch schon die nächsten Rezepte ausgesucht, wie die Spinat-Feta-Quiche mit Haferflockenkruste, die Bananen-Spinat-Pfannkuchen und die Glutenfreien Veggie-Brötchen. Und wenn dann die Grünkohl- und Rosenkohlsaison startet, bin ich schon neugierig darauf, wie wohl die Grüne Frühstücksschüssel mit frischen Kräutern und das Große vegetarische Frühstück schmeckt. Es gibt für mich also noch viel zu entdecken.

Alltags-Dal
Alltags-Dal (S. 119)
Kürbissuppe mit Ziegenkäsejoghurt
Kürbissuppe mit Ziegenkäsejoghurt (S. 137)

Mein Fazit

Für mich hat das Buch bislang gehalten, was es versprochen hat. Es klappt tatsächlich, dass ich wieder regelmäßiger selber zum Kochen komme. Dies liegt sicherlich vor allem an der Art und Weise wie die Rezepte konzipiert sind. Bisher waren alle ausprobierten Rezepte sehr unkompliziert in der Zubereitung. Außerdem kommen die meisten Zutaten, die ich auch vorher schon verwendet habe, immer wieder zum Einsatz. Darüberhinaus gefällt mir der Ansatz, dass man fast alle Gerichte durch kleine Variationen den persönlichen Vorlieben anpassen kann. Und immer ein paar Basics im Kühlschrank zu haben, wenn es schnell gehen muss, finde ich auch gut. Doch vor allem finde ich wichtig, dass das Ergebnis einem auch schmeckt. Und das trifft für mich bislang auf jeden Fall zu.

Aber nicht nur inhaltlich hat mich das Buch überzeugt, sondern auch optisch. Die großzügige Aufmachung gefällt mir einfach sehr gut. Ebenso mag ich die Philosophie, die David und Luise mit ihrer Art des Kochens verfolgen. Sie legen zwar Wert auf „gesundes Essen“, was in ihrem Fall vor allem Wohlbefinden bedeutet. Aber das kann durchaus auch durch den gelegentlichen Genuss eines süßen Teilchens aus der Bäckerei verursacht werden. Außerdem ist den beiden sehr bewusst, dass Gesundheit eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Jeder Körper kann anders auf Essen reagieren, sodass es keine allgemeingültige Art gibt, sich gut zu ernähren. Hier sucht man den erhobenen Zeigefinger vergeblich. Statt dessen findet man jede Menge Rezepte, die Lust darauf machen, ausprobiert zu werden.

Und wer von der „Grünen Küche“ nicht genug bekommen kann, am 25. Juli ist mit Die grüne Familienküche: Das vegetarische Familienkochbuch für jeden Tag ihr neuestes Buch auch auf Deutsch erschienen.

Die grüne Küche für jeden Tag | Knesebeck Verlag | (D) 34,95 EUR | 256 Seiten | 90 unkomplizierte, vegetarische Rezepte für viele Gelegenheiten | Wer wissen will, wie man jeden Tag frisches, gesundes Essen zubereiten kann ohne viel Aufwand, wird in diesem wunderschön gestalteten Kochbuch fündig.

Vielen Dank an den Knesebeck Verlag, der mir das Kochbuch zur Verfügung gestellt hat.

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