Buchrezension | Superfoods – einfach & regional

Auch wenn ich es eigentlich besser wissen sollte, so lasse ich mich bei dem Begriff Superfoods doch noch immer gerne in die Irre leiten und denke zunächst an Lebensmittel, teils auch in pulverisierter Form, die einen ziemlich weiten Weg zurück legen musste, bevor sie gegebenfalls auf unseren Tellern landen. Dass das aber nicht immer der Fall sein muss, beweist das Buch Superfoods – einfach & regional, das dieses Jahr im Löwenzahn Verlag erschienen ist. Denn dieses Kochbuch beschäftigt sich ausschließlich mit heimischen Lebensmitteln, die ebenfalls zu den sogenannten Superfoods zählen, aber keine langen Transportwege hinter sich haben.

Zum Buch „Superfoods – einfach & regional“

Die Autorin von Superfoods – einfach & regional ist Andrea Fičala, eine Köchin und Ernährungswissenschaftlerin, die zunächst einige Jahre in der Lebensmittelproduktion für große Betriebe tätig war. Im Laufe der Zeit wurde ihr allerdings der Zusammenhang zwischen Ernährung und Umwelt immer wichtiger und inzwischen hat sie sich auf individuelle Gesundheitsförderung und Ernährungsbildung spezialisiert. Mehr über sie kann man auch auf ihrer Website esswerk erfahren.

Und auch bei ihrem Buch ist es ihr ein Anliegen, den Leser für die bewusstere Nutzung von regionalen Lebensmitteln zu begeistern. Dazu liefert sie zunächst in einer kurzen Einleitung nicht nur diverse Hintergrundinfos, sondern beschreibt auch, was ihr bei ihren Rezepten und den verwendeten Zutaten besonders wichtigt ist. Hier geht es nicht nur um die verschiedenen Inhaltsstoffe, sondern auch um Aspekte wie Nachhaltigkeit, Marketing oder welche Folgen eine erhöhte Nachfrage bestimmter exotischer Superfoods gegebenfalls in den Urspungsländern haben kann für die dortige Bevölkerung.

Dazu beschäftigt sie sich auch mit der Frage Was ist Superfood?, beschreibt in dem Kapitel Regional, saisonal und bio: Das perfekte Trio. Außerdem ist dem Thema Superfoods im Vergleich ein eigenes Kapitel gewidmet. Hier werden unter anderem Leinsamen und Chiasamen miteinander verglichen. 10 einfache Regeln für eine gesunde Ernährung und Wissenswertes zum Umgang mit Laktose und Gluten runden den Einleitungsteil ab, bevor einige Regionale Superfoods im Detail vorgestellt werden.

Dieser Teil ist nicht nur sehr informativ gehalten sondern zusätzlich auch sehr liebevoll und ansprechend illustriert mit Zeichnungen von Julia Lammers. Die verschiedenen Superfoods sind dabei unterteilt in Beeren|Obst, Eier, Fermentierte Lebensmittel, Gemüse, Getreide & Pseudocerealien, Hülsenfrüchtler (Leguminosen), Kräuter: Wildkräuter, Küchenkräuter & anderes Grün (Green Superfoods), Nüsse und Samen und Wertvolle Pflanzenöle.

Der eigentliche Rezeptteil ist nach den Jahreszeiten gegliedert, wobei sich in jedem Kapitel Rezepte für Frühstück, Hauptspeisen, Snacks und Süßes finden. Allen Rezepten gemeinsam ist, dass sie vegetarisch sind, sehr schön von Sonja Priller in Szene gesetzt wurden und, sofern nicht anders angegeben, für 4 Personen gedacht sind. Zu jedem Rezept gibt es außerdem eine kurze Beschreibung, in der auf eine besondere Zutat oder einen bestimmten Inhaltsstoff eingegangen wird.

Und auch wenn die Rezepte vegetarisch sind, so wird extra erwähnt, dass sie auch gut individuell mit Fleisch oder Fisch ergänzt werden können, je nach Geschmack. Und auch dem Geschmack ist es geschuldet, dass die Autorin trotz des Fokus auf Regionalität nicht völlig auf Gewürze, Olivenöl und Zitrusfrüchte bei ihren Rezepten verzichtet sondern hier einen sehr entspannten Umgang vorlebt, ganz dem Motto ihrer 9. Regel für eine gesunde Ernährung, die da heißt: „nichts ist grundsätzlich verboten oder böse„.

Abgerundet wird das Buch schließlich durch den ausführlichen Anhang, in dem sich nicht nur ein Glossar, sondern auch ein Stichwortregister, ein Register nach Zutaten und ein Rezeptregister befindet, in dem neben den verschiedenen Rezeptkategorien die Rezepte auch nach besonders eiweißreichen, glutenfreien, Low Calory und veganen Gerichten sortiert sind.

Rezepte, die ich ausprobiert habe

Diesmal stand ich bei der Entscheidung, welche Rezepte ich für die Buchvorstellung ausprobieren wollte, gleich aus mehreren Gründen vor der Qual der Wahl: denn nicht nur, dass mir beim Anblick der Fotos zu vielen Rezepten sofort das Wasser im Munde, für die meisten hatte ich sogar schon den Großteil der Zutaten, wenn nicht gar alle Zutaten, vorrätig und das passende Gemüse befand sich bereits in unserer Gemüsekiste.

Mini-Frittata mit jungen Brennnesselspitzen

Mini-Frittata

Mini-Frittata mit jungen Brennnesselspitzen (S. 48)

Von allen Rezepten, die ich für diesen Post ausprobiert habe, waren die Mini-Frittata mit jungen Brennesselspitzen tatsächlich das einzige Rezept, das dem Liebsten und mir sehr unterschiedlich schmeckten, was vermutlich an der Kombination aus getrockneten Tomaten mit Schafskäse lag. Denn hier gilt, die eine liebt sie, der andere macht darum am liebsten einen Bogen.

Frischkornmüsli aus rohem Buchweizen mit Granola

Frischkornmüsli aus rohem Buchweizen

Frischkornmüsli aus rohem Buchweizen mit Granola (S. 50)

Dies Frühstücksrezept habe ich spontan ausprobiert, nachdem ich festgestellt hatte, dass ich alle Zutaten bereits da hatte. Und das Ergebnis hat uns auf Anhieb überzeugt. Die Kombination aus in der Pfanne geröstetem Granola, eingeweichtem Buchweizen und Joghurt ist einfach sehr nach unserem Geschmack. Und für die Optik gab es von mir dann noch ein paar Blümchen dazu.

Scharfes Linsendahl mit Minzjoghurt

Linsendahl mit Minzjoghurt

Scharfes Linsendahl mit Minzjoghurt (S. 76)

Auch das Linsendahl wird es sicherlich noch öfters bei uns geben, da es sich als eine sehr schmackhafte Alternative für die Zubereitung von Wurzelgemüse wie Knollensellerie, Petersilienwurzel und Karotten herausgestellt hat. Außerdem war es sehr einfach zuzubereiten und benötigte für den Geschmack neben Salz und Pfeffer nur noch Currypaste, Kreuzkümmel, getrocknete Chili und Essig – in meinem Fall Zutaten, die ich sowieso regelmäßig verwende.

Lauwarmer Spinatsalat mit knusprigen Falafeln

Spinatsalat mit Falafeln

Lauwarmer Spinatsalat (S. 84) mit knusprigen Falafeln (S. 86)

Da ich noch getrocknete Kichererbsen vorrätig hatte und ich Falafel sehr gerne mag, war es fast selbstverständlich, dass ich auch das Falafelrezept aus diesem Buch ausprobieren musste. Was mir bei dieser Rezeptversion dann besonders gut gefiel, war wieder einmal die Feststellung wie einfach und mit wie wenigen Zutaten diese zubereitet waren. Und geschmacklich lagen die Falafel ganz klar im oberen Bereich der bislang von mir probierten Falafel.

Passend zu den Falafel habe ich dann auch gleich den lauwarmen Spinatsalat ausprobiert, wobei ich hier den Ziegenhartkäse durch Ziegenfrischkäse ersetzt habe. Die Kombination aus karamelisierten Schalotten, Spinat und Erdbeeren mit dem Käse hat mir übrigens so gut gefallen, dass es diesen Salat bereits mehrfach bei uns gab. Man muss ja die Erdbeersaison ausnutzen.

Naanbrot mit Grünkohl-Dip

Naanbrot mit Grünkohl-Dip

Naanbrot mit Grünkohl-Dip (S. 172)

Da ich doch eine gewisse Schwäche für einfache Crossover Rezepte habe, kam auch das Rezept für Naanbrot mit Grünkohl-Dip sofort auf meine Ausprobierliste, wobei ich mich für die Variante mit Kohlrabiblättern statt Grünkohl entschieden habe. Und auch beim Naanbrot war ich insoweit experimentierfreudig, als dass ich einfach mal ausprobiert habe, ob man es auch mit selbstgemahlenen Vollkornmehl zubereiten kann. Und das hat auch wunderbar geklappt. Außerdem hat mir beim Dip sehr gut gefallen, dass hier mit Leinöl eine meiner persönlichen Lieblingszutaten zum Einsatz kam.

Leinsamen-Pudding mit Vanille und frischen Beeren

Leinsamen-Pudding

Leinsamen-Pudding mit Vanille und frischen Beeren (S. 180)

Auf die Idee, Pudding auf Basis von Leinsamen statt Chia zu machen, wäre ich ohne dies Buch vermutlich nicht gekommen. Allerdings hat bei mir die Menge von Flüssigkeit im Verhältnis zum Leinsamen nicht gepasst. Hier wurde alles aufgesogen, so dass ich noch etwas Flüssigkeit hinzufügen musste. Da mir das Ergebnis aber grundsätzlich gefiel und ich lieber heimische Lebensmittel verwende, werde ich hier einfach noch ein wenig weiter experimentieren bis ich das für mich passende Verhältnis von Leinsamen zu Flüssigkeit gefunden habe.

Mein Fazit

Zunächst war ich ja doch skeptisch aufgrund des Begriffs Superfood im Buchtitel. Aber dann hat mich das Buch umso mehr überzeugt, je mehr Rezepte ich daraus ausprobiert habe. Und zwar haben dazu nicht nur die Rezepte, die sich fast alle sehr gut nachkochen ließen, beigetragen, sondern auch die Art und Weise, wie hier Hintergrundinfos vermittelt werden. Denn dies geschieht in einem sehr entspannten Stil, frei nach dem Motto:

Allzu strenge Ernährungs-Konzepte beschränken uns in unserem Genuss und in unserer positiven Beziehung zu Lebensmitteln.

Außerdem ist das Buch extrem übersichtlich gestaltet. Es gibt nicht nur ein Stichwortregister, sondern auch ein Register nach Zutaten und ein Rezeptregister, in dem die Rezepte sowohl nach ihren Einsatzbereichen sortiert sind als auch nach besonderen Eigenschaften. So lassen sich auch eiweißreiche, glutenfreie, vegane oder kalorienarme Rezepte einfach finden.

Aber das, was mich besonders begeistert hat, sind einfach die Rezepte, die sehr meinen persönlichen Geschmack treffen. So will ich unbedingt noch die Buchweizen Bolognese, die Mangold Maki und die Lasagne al Cavolo (Kohllasagne) nachkoche. Aber auch mit dem Getreidebraten mit Selleriepüree liebäugel ich noch. Es gibt also noch einiges auszuprobieren.

Wer Spaß an ungewöhnlicheren Kombinationen hat, gleichzeitig aber Wert auf eine gewisse Alltagstauglichkeit bei der Zubereitung legt, sollte sich Superfoods – einfach & regional auf jeden Fall genauer anschauen. Denn hier wurde bei den Rezepten auch darauf geachtet, dass diese mit möglichst wenigen, überall erhältlichen Zutaten auskommen. Und dazu sind alle Rezepte auch noch wunderschön bebildert und mit wissenswerten Hintergrundinfos versehen.

Superfoods – einfach & regional | Löwenzahn Verlag | (D) 29,90 EUR | 240 Seiten | 88 saisonale, vegetarische Rezepte, zubereitet nach den Prinzipien des Clean Eating mit dem Fokus auf Regionalität | Alltagstaugliche schmackhafte Gerichte, bei denen oft wenige Zutaten ungewöhnlich kombiniert werden, ergänzt durch informative und praktische Hintergrundinfos zu den verschiedenen Lebensmitteln

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Vielen Dank an den Löwenzahn Verlag, der mir dieses Kochbuch zur Verfügung gestellt hat.

Schneller Eiskaffee mit Kokos

Diesmal stelle ich euch mein Lieblingsrezept für einen schnellen Eiskaffee vor. Auf den Geschmack gekommen bin ich vor fast einem Jahr. Damals teilten Food Bandits ein sehr ähnliches Rezept auf ihrem Blog. Inzwischen haben Suus und Johann ihre Website neu gestaltet und ihren Blog beendet. Daher habe ich mich nun entschieden, meine Variante des Rezepts hier zu teilen, da ich es viel zu schade finde, wenn es in der Versenkung verschwinden würde. Das Prinzip für den Eiskaffee ist übrigens extrem simpel. Zu Eiswürfeln gefrorener Kaffee wird in ein Glas gegeben und mit einer Pflanzenmilch nach Wahl aufgefüllt. Im Originalrezept wird hierfür ein Reisdrink mit Kokos verwendet. Dies ist auch mein Favorit, wobei ich die Reismilch inzwischen meist selber mache. Das passende Rezept dazu und auch eine Variante mit Kokos findet ihr hier. Lecker ist außerdem die Kombination mit Mandel. Für diese kann man die Pflanzenmilch auch sehr gut durch 1,5 EL Mandelmus und 350 ml Wasser ersetzten. Und wer mag, gibt noch einen Löffel Kokosmus dazu.

Eiskaffee mit Kokos-Reismilch

Eiskaffee mit Kokos
ergibt 2 Gläser
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Zutaten
  1. 1 Tasse starken Kaffee (125 ml)
  2. 350 ml Pflanzenmilch nach Geschmack (z. B. Reismilch mit Kokos)
  3. 1 Prise Salz
  4. 1 Prise gemahlene Vanille
  5. 1 Dattel
  6. 1/2 TL rohköstlicher Kakao
Zubereitung
  1. Den Kaffee in einen Eiswürfelform gießen und gefrieren lassen.
  2. Die restlichen Zutaten miteinander vermischen. Jeweils 3-4 Eiswürfel in ein Glas geben und die Milchmischung darüber gießen
FOOD VEGETARISCH http://www.food-vegetarisch.de/

Eiskaffee mit Kokos-Reismilch

Buchrezension | 30 Minuten Gemüseküche – vegetarisch, saisonal, bio

Ich liebe Gemüsegerichte und auch wenn ich gerne koche, so möchte ich doch keine gefühlte Ewigkeit mit der Zubereitung verbringen. Entsprechend hellhörig wurde ich, als ich das erste Mal von der 30 Minuten Gemüseküche hörte. Dies Kochbuch ist Anfang des Jahres im Brandstätter Verlag erschienen und enthält ausschließlich Rezepte, die in höchstens 30 Minuten auf dem Tisch stehen. Ursprünglich stammen diese Rezepte aus den bisher erschienen Bänden der von Katharina Seiser gegründeten Vegetarisch Reihe. Bei dieser Reihe ist jeder Band einem bestimmten Land gewidmet, aus dem dann traditionelle vegetarische Rezepte für jeden Tag vorgestellt werden. Den Band Türkei Vegetarisch habe ich übrigens auch schon hier auf dem Blog vorgestellt.

Zum Buch „30 Minuten Gemüseküche“

Die 30 Minuten Gemüseküche ist inzwischen das vierte Kochbuch, das ich von Katharina Seiser besitze und auch hier gefällt mir wieder der praktische Aufbau des Buchs. Zunächst erfährt man von der Herausgebern, zu denen neben Katharina Seiser diesmal noch Ekkehard Lughofer und Gerhard Zoubek gehören, ein wenig mehr über die Idee hinter dem Buch, wobei dies kurz und knackig gehalten ist, was auch für das einleitende Kapitel über den Anbau von Bio-Gemüse gilt. Hier gibt es zudem einige Adressen von Bio-Kisten Anbietern in Deutschland und Österreich.

Einblicke in die 30 Minuten Gemüseküche | FOOD VEGETARISCH

Und dann geht es auch schon mit der Praxis los. In einer Gemüsekunde von A bis Z werden sämtliche im Buch vorkommenden Gemüsesorten beschrieben und man erfährt, wie man diese vorbereitet, und was später bei der Zubereitung zu beachten ist. Und auch die Tipps zur richtigen Lagerung von Gemüse fehlen nicht, bevor dann der Rezeptteil beginnt.

Einblicke in die 30 Minuten Gemüseküche | FOOD VEGETARISCH

Die Rezepte selber sind alphabetisch nach den in den Rezepten verwendeten wichtigsten Gemüsesorten sortiert. Zudem sind die Rezepte zusätztlich im abschließenden Register nach ihren Hauptzutaten geordnet und auch ein Rezepte-Saisonkalender fehlt nicht, bei dem die Rezepte nach den Jahreszeiten sortiert sind.

Einblicke in die 30 Minuten Gemüseküche | FOOD VEGETARISCH

 Allen Rezepten gemeinsam ist, dass sie vegetarisch sind und, sofern nicht anders angegeben, für 4 Portionen berechnet sind. Außerdem sind die Zutaten gekennzeichnet, die im ergänzenden Glossar erläutert werden und die, die zum Vollenden der Speisen gedacht sind. In dem Buch finden sich sowohl Rezepte mit Fotos als auch welche ohne, wobei die Mehrzahl bebildert ist und man erfährt auch im Untertitel, aus welchem der Vegetarisch Bände das jeweilige Rezept stammt.

Rezepte, die ich ausprobiert habe

Bei den Rezepten, die ich ausprobieren wollte, war eigentlich mein Plan, mich komplett auf den jeweiligen Inhalt unserer Bio-Gemüsekiste, die wir nun schon seit 3 Jahren beziehen, zu konzentrieren. Das hat aber nur bedingt geklappt, da z. B. bei den Rezepten mit Champignons und Chicorée noch weitere Gemüsesorten nötig gewesen wären, die in meiner Test-Woche dann nicht in unserer Kiste waren. Von daher habe ich dann einfach noch einige Rezepte ausprobiert, die mich, unabhängig von der verwendeten Gemüsesorten, besonders neugierig gemacht haben.

Geschmorter Lauch im Gemüsesaft mit Perlweizen (S. 83)

Das Rezept nennt sich zwar Geschmorter Lauch im Gemüsesaft mit Perlweizen, in dem Fall habe ich aber gleich beide vorgeschlagenen Rezeptvarianten ausprobiert und den Lauch durch Topinamburen und den Perlweizen durch Dinkel-Reis ersetzt. Und da ich neben Gemüse auch ein Faible für die verschiedenen Körnersorten habe, war diese Kombination aus Gemüse und Korn dann auch genau nach meinem Geschmack.

Denver-Omelett (S. 92)

Hauptdarsteller bei dem aus der USA stammenden Rezept für das Denver-Omelett sind Paprika und Eier. Die Zubereitung ging schnell und einfach von der Hand, auch wenn bei mir das Umklappen des Omeletts nicht so schön geklappt hat, wie ich eigentlich gehofft hatte. Aber mit ein wenig mehr Praxis wird das bestimmt auch besser, denn auch geschmacklich hat das Omelett überzeugt, sodass ich mich direkt gefragt habe, warum ich nicht öfters Omelett mache.

Geschmortes Paprikagemüse (S. 94)

Auch beim Geschmorten Paprikagemüse habe ich direkt eine der Rezeptvarianten ausprobiert und diese mit Sahne zubereitet und zusammen mit meiner Lieblingspasta (Dinkelvollkorn-Rigatoni) serviert. Von dem Ergebnis waren nicht nur der Liebste und ich völlig begeistert sondern auch die Nachbarin erkundigte sich später noch interessiert, was denn für den köstlichen Geruch bei uns verantwortlich gewesen sei. Von den ausprobierten Rezepten war dies dann auch mein klarer Favorit.

Gekochter Selleriesalat (S. 118)

Sellerie ist so ein Gemüse, das auf meiner Liste der unterschätzten Gemüse ganz oben steht. Und dabei lassen sich mit Sellerie viele leckere Gerichte zubereiten. Auch in der 30 Minuten Gemüseküche finden sich einige Beispiele dafür. Seien es die Gebackenen Sellerieschnitzel , die Selleriesuppe mit Staudensellerie oder der Gekochte Selleriesalat, den ich ausprobiert habe und der ein wunderbares Beispiel dafür ist, wie köstlich einfache Rezepte sein können, wenn man die passenden Zutaten, wie in diesem Fall Walnussöl, verwendet.

Mein Fazit

Vom Konzept her hat mich die 30 Minuten Gemüseküche komplett überzeugt.Vor allem der Nachschlageteil mit den praktischen Infos zu den einzelnen Gemüsesorten ist genau nach meinem Geschmack. Und auch optisch kommt das Buch sehr schön daher. Abgerundete Ecken und der für den Umschlag verwendete Karton erinnern an eine, wenn auch sehr edle, Küchenkladde und laden direkt zum Blättern ein.

Einblicke in die 30 Minuten Gemüseküche | FOOD VEGETARISCH

Allerdings wirkt auf mich die Gewichtung bei den Gemüsesorten etwas unausgewogen. Ich hätte mir für einige Gemüsesorten (z. B. Fenchel, Chicorée oder Rosenkohl) mehr Rezeptauswahl gewünscht, während ich bei anderen Gemüsesorten (z. B. Kartoffeln, Paprika oder Spargel) das Rezeptangebot fast schon als überreichlich empfand. Die Rezepte selber sind sehr straight forward und kommen ohne viel Schi Schi aus, sodass sie prima geeignet sind für Kandidaten, die beim Essen nicht zwingend mit ungewöhnlicheren Geschmackskombinationen experimentieren wollen, sondern lieber das genießen, was ihnen vertraut ist.

Dass es sich um traditionelle Rezepte handelt, merkt man übrigens auch daran, dass bei vielen Rezepten Eier und Milchprodukte wie Sahne, Milch oder Joghurt verwendet werden, sodass das Buch für Veganer eher bedingt geeignet sind. Auf eine Kennzeichnung von veganen, glutenfreien und laktosefreien Rezepten ist in dem Fall auch komplett verzichtet worden. Für Leute, die sich vollwertig ernähren, ist die 30 Minuten Gemüseküche aber durchaus geeignet. Zwar wird bei einigen Rezepten Zucker verwendet. Dieser lässt sich allerdings bei den meisten Rezepten sehr einfach ersetzen.

Einblicke in die 30 Minuten Gemüseküche | FOOD VEGETARISCH

Wer noch auf der Suche nach einer klassischen vegetarischen Rezeptsammlung ist und gerne Gemüse isst, sollte sich die 30 Minuten Gemüseküche auf jeden Fall genauer anschauen, denn hier erwartet einen eine schöne Zusammenstellung von klassischen vegetarischen Rezepten aus Deutschland, Italien, Österreich, der Türkei und den USA. Und der nicht zu vergessene Pluspunkt ist, eine durchschnittlich geübte Köchin oder Koch sollte die Rezepte in maximal 30 Minuten zubereiten können.

30 Minuten Gemüseküche | Brandstätter Verlag | (D) 24,90 EUR | 176 Seiten | Über 80 vegetarische Gemüsegerichte aus 5 verschiedenen Ländern | Eine Sammlung von klassischen traditionellen Gemüsegerichten, ergänzt durch praktische Tipps zum Umgang mit den verschiedenen Gemüsesorten.

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Vielen Dank an den Brandstätter Verlag, der mir dieses Kochbuch zur Verfügung gestellt hat.

10 Gedanken zu.. Reis |..und ein Rezept für Reismilch

Verschiedene Sorten Vollkornreis

Früher war für mich Reis gleich Reis und ich habe mir über die verschiedenen Reissorten kaum Gedanken gemacht, sondern einfach gegessen, was auf den Tisch kam, was meist weißer Kochbeutelreis war. Später habe ich dann Milchreis für mich entdeckt und auch den ersten Vollkornreis. Eine Idee von der enormen Vielfalt an Reissorten habe ich aber tatsächlich erst in den letzten Jahren bekommen. Dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass inzwischen viel mehr Sorten im Handel angeboten werden. Entsprechend gibt es hier auf dem Blog auch schon diverse Rezepte mit Reis wie z. B. der Rote Reissalat mit Linsen oder das Steckrüben Vollkorn-Risotto.

Von daher macht es auch einfach nur Sinn, dass ich nun dem Reis auch eine Folge meiner 10 Gedanken zu.. widme. Dazu gibt es außerdem ein Rezept für Reismilch. Reismilch ist nicht nur sehr einfach zuzubereiten, sondern selbstgemacht auch deutlich günstiger als gekaufte Reismilch. Außerdem weiß man beim Selbermachen dann auch, was in seiner Milch drin ist. Denn die Zutatenliste kann sich von Anbieter zu Anbieter doch sehr unterscheiden. So habe ich bei einem Anbieter neben Wasser und Reis noch Sonnenblumenöl, Tricalciumphosphat, Maltodextrin, Meersalz, Stabilisator (Gellan), Vitamine (B12, D2), Säureregulator (Dikaliumphosphat) in der Zutatenliste gefunden, während es andere Anbieter (z. B. Provamel Bio Reisdrink ungesüßt) gibt, die nur mit Wasser, europäischem Reis, Sonnenblumenöl und Meersalz auskommen, wobei der Reis und das Sonnenblumenöl zudem aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

  • Das deutsche Wort Reis lässt sich vom mittellateinischen risum ableiten, das dem lateinischen oriza entstammt. Die lateinische Bezeichnung für die Gattung Reis ist Oryza 1).
  • Eine systematische Einteilung der verschiedenen Reissorten ist schwierig aufgrund der enormen Vielfalt der in Jahrtausenden gezüchteten Sorten und Kreuzungen. Die verschiedenen Reissorten werden nach der Form und Größe des Korns meist in Langkorn-, Mittelkorn- und Rundkornreis eingeteilt, wobei manchmal Mittel- und Rundkornreis auch zu einer Untergruppe zusammengefasst werden 1).
  • In großen Teilen Asiens gilt Reis als das wichtigste Lebensmittel. In vielen asiatischen Sprachen ist der Begriff Essen sogar gleichbedeutend mit Reis essen. Das japanische Wort Grohan heisst „Mahlzeit“, aber auch „gekochten Reis essen“. Und wer auf vietnamesisch Guten Appetit meint, sagt wörtlich „Lassen Sie sich den Reis schmecken“ 2).
  • Im Vergleich zu anderen Getreidearten wie Roggen, Weizen und Hafer, ist Reis glutenfrei 3).
  • Reis gehört zu den Spelzgetreiden. Der Spelz wird nach der Ernte entfernt. Das das Reiskorn umgebene Silberhäutchen bleibt bei Vollkornreis erhalten und wird nur bei weißem Reis abgeschliffen. Hierbei gehen allerdings Vitamine und Mineralstoffe, die sich in der Außenhülle des Reis befinden, verloren. Dafür hält sich weißer Reis länger während Vollkornreis schneller ranzig werden kann 4).
  • Von der Qualität des Wassers, in dem die Reispflanze wächst, hängt auch der gute Geschmack des Reis ab. Bio-Reis wird daher in abgeschiedenen Sumpf- oder Bergregionen angebaut, wo das Wasser weitestgehend sauber und unbedenklich ist 5).
  • Reis wird in über einhundert Ländern auf fast jedem Kontinent der Welt angebaut. Als nördlichste Anbaugebiete gelten die italienische Po-Ebene und das Tessin 6, 7).
  • In der Kultur von Madagaskar ist Reis sehr wichtig. Dies zeigt sich auch darin, dass sein Wachstum mit dem gleichen Wort beschrieben wird mit dem auch eine Schwangerschaft oder Geburt beschrieben wird 7).
  • Einer malaiischen Sage nach soll ein guter Geist den Menschen den Reis geschenkt haben, allerdings im Kropf eines Hahns versteckt. Welche der vielen Reissorten es war, ist leider nicht überliefert. 4).
  • Die japanischen Automarken „Honda“ und „Toyota“ heißen auf japanisch „Hauptreisfeld“ bzw. „reiches Reisfeld“ 2).

Reismilch
Ergibt ca. 500-650 ml Reismilch
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Zutaten
  1. 100 g Vollkornreis
  2. 750–900 ml Wasser
  3. 1 Prise Salz
  4. 1 Prise gemahlene Bourbon-Vanille
  5. 4–5 Datteln
Zubereitung
  1. Reis in einen Topf geben, zweimal durchwaschen, 250 ml Wasser und Salz hinzugeben. Alles bei höchster Stufe aufkochen. Dann den Reis bei sehr schwacher Hitze 30 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln und anschließend etwas abkühlen lassen.
  2. Je nach der gewünschten Sämigkeit 500–650 ml frisches Wasser zugeben
  3. und nach Geschmack mit gemahlener Vanille und Datteln süßen. Alles im
  4. Mixer pürieren.
  5. Anschließend die Milch durch ein Tuch (Küchen- oder Passiertuch) abseihen und durchpressen.
KÜCHEN-TIPPS
  1. Sehr gerne füge ich noch 1-2 EL Kokosmus hinzu, wenn ich die Reismilch einfach so oder zum Kaffee trinken möchte.
  2. Als Reis nehme ich meistens Vollkorn-Rundkornreis, der oft auch als Naturreis bezeichnet wird.
vegetarisch | laktosefrei | vegan | vollwert
FOOD VEGETARISCH http://www.food-vegetarisch.de/
Verschiedenen Sorten Vollkornreis

Reismilch zubereiten

Einzelnachweise:

4-Minuten Dinkel-Vollkornbrot

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen, auf das mich eine Design-Kollegin aufmerksam gemacht hat, und zwar ein Rezept für ein extrem schnell zubereitetes Dinkel-Vollkornbrot. Dies habe ich voriges Wochenende zum ersten Mal ausprobiert und war einfach nur begeistert von der Zubereitung und dem Ergebnis.

Denn für dieses Brot gilt wirklich: man braucht nur alle Zutaten inklusive der Hefe zusammenrühren, die Mischung in eine Form geben und dann ab damit in den Backofen. Als Ergebnis erhält man dann nach einer Stunde ein sehr leckeres und saftiges Körnerbrot. Da ist es dann auch egal, ob man für die Zubereitung tatsächlich nur 4 Minuten oder doch etwas mehr Zeit benötigt, so wie ich, was einfach daran lag, dass ich den Dinkel noch frisch gemahlen habe.

Schnelles Dinkel-Vollkornbrot

4-Minuten Dinkel-Vollkornbrot
Für 1 Kastenform (25 cm)
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Zutaten
  1. 1 Würfel frische Hefe
  2. 450 ml Wasser
  3. 500 g Dinkel-Vollkornmehl
  4. 50 g Sonnenblumenkerne (alternativ: Kürbiskerne oder gehackte Nüsse)
  5. 50 g Sesam
  6. 50 g Leinsamen
  7. 2 TL Obstessig
  8. 2-3 TL Salz
  9. Öl für die Form
Zubereitung
  1. Hefe zerbröseln und mit dem Wasser gut verrühren. Die restlichen Zutaten dazugeben und alles gut miteinander verrühren.
  2. Die Kastenform einfetten. Teig in die Form geben und längs einschneiden. Das Brot in den kalten Backofen stellen und auf mittlerer Schiene bei 190°C (Umluft 170°C) 60 Minuten backen.
vegetarisch | vegan | vollwert
FOOD VEGETARISCH http://www.food-vegetarisch.de/

Schnelles Dinkel-Vollkornbrot

Schnelles Dinkel-Vollkornbrot

Schnelles Dinkel-Vollkornbrot