Food-Fotografie | Meine Kamera-Ausrüstung

Tipps für Food Fotografie

food-o-grafie 2013 - #1 Kamera Ausrüstung (Einsendeschluss 28.02.2013) Zorra von 1 x umrühren bitte aka kochtopf hat kürzlich den Event Food-o-grafie wieder aufleben lassen und in ihrem Post dazu aufgerufen, dass Food-Blogger ihre Kamera-Ausrüstung vorstellen. Ein Wunsch, dem ich gerne nachkomme. Vielleicht findet so mancher auch noch ein paar hilfreiche Tipps für die eigene Food-Fotografie.

Meine erste (analoge) Kompaktkamera bekam ich bereits zu Grundschulzeiten geschenkt. Vor 9 Jahren zog dann eine digitale Kompaktkamera bei mir ein. Die Sony DSC-W1 leistet mir sogar noch heute sehr gute Dienste in meinem Arbeitsalltag. Dass sie mir mit ihren Möglichkeiten aber für meine privaten Fototouren nicht mehr ausreichte, merkte ich, als ich mit einem Freund fotografisch unterwegs war, der inzwischen eine Bridgekamera besaß. Ich war so fasziniert von den Möglichkeiten, mit einem größeren Zoombereich zu fotografieren, dass ich mir mit der Sony H-50 ebenfalls eine Bridgekamera gönnte.

Mit der Sony H-50, bei der ich auch etwas mehr Einfluss auf die Blenden- und Zeiteinstellungen hatte, begann ich außerdem, gezielter für Stockagenturen zu fotografieren, etwas, was ich nun seit 2009 mache. In der Zeit entdeckte ich außerdem meine Leidenschaft für die Food-Fotografie, die bis heute anhält. Durch viel intensives Fotografieren und dem genauen Betrachten von Fotos, die mir besonders gut gefielen, kam ich diesmal allerdings schnell an die Grenzen dieser Kamera-Ausrüstung. Denn ich stellte fest, dass ich mit meiner Bridgekamera nicht mit so einer geringen Schärfentiefe fotografieren konnte, wie ich gerne wollte.

Damit war der Zeitpunkt für meine erste digitale Spiegelreflexkamera gekommen, wobei ich hier die Strategie verfolgte, zwar von Anfang an in gute Objektive zu investieren, aber erst mal mit einem einfachen Kamerabody zu beginnen, den ich bei Bedarf immer noch ersetzen könnte, während ich die Objektive als langfristige Investition betrachtete. Es wurde eine EOS 450D, zu der Zeit das Einsteigermodell bei Canon. Die Wahl fiel deshalb auf Canon, weil mir deren Modelle einfach besser in der Hand lagen als z. B. die Nikon-Modelle. Die Empfehlung zum “Probetragen” stammte übrigens von jemandem, der aus genau den gleichen Gründen mit einer Nikon fotografiert.

Die Objektive, die ich mir dann nach und nach speziell für die Food-Fotografie anschaffte, waren das Canon EF 100mm/ 1:2,8 USM Macro Objektiv und das Canon EF 50mm/ 1,4 USM Objektiv. Ein Kriterium hier war für mich, dass alle Objektive auch an eine Vollformatkamera passen sollten und nicht ausschließlich für den Gebrauch an einer Cropkamera, wie die EOS 450D, entwickelt wurden.

Vollformatkamera und Cropkamera im Vergleich

Einen Überblick über einen der offensichtlichsten Unterschiede beim Fotografieren mit einer Cropkamera und einer Vollformatkamera geben die folgenden Übersichten, bei denen ich jeweils das gleiche Apfel-Stillleben mit der Canon EOS 450D als Beispiel für eine Cropkamera und der Canon EOS 5D Mark II als Beispiel für eine Vollformatkamera fotografiert habe. Die Infos zur jeweils verwendeten Kamera und Objektiv findet ihr direkt unter den Aufnahmen.

Foodfotografie mit 450D und 50 mm Objektiv

5D Mark II und 50 mm Objektiv

Beide Aufnahmen sind mit dem Canon EF 50 mm 1:1,4 Objektiv aufgenommen, allerdings einmal an der Cropkamera und einmal an der Vollformatkamera, was dazu führt, dass sich die beiden Bildausschnitte so sehr voneinander unterscheiden, denn eine 50 mm Brennweite wirkt bei der Cropkamera wie eine 80 mm Brennweite (= 50 mm x 1,6 Cropfaktor bei der 450D)

450D und 100 mm Objektiv

5D Mark II und 100 mm Objektiv

In Kombination mit der EOS 450D war das Canon EF 50 mm 1:1,4 Objektiv definitiv mein absolutes Lieblingsobjektiv für die Food-Fotografie. Mit dem Wechsel zur EOS 5D Mark II änderte sich das aber zunächst zugunsten des Canon EF 100 mm 1:2,8 Macro Objektivs. Vermutlich hatte ich mich einfach an die Kombination aus Bildausschnitt und Distanz zum Food beim Fotografieren so sehr gewöhnt, dass es für mich anfangs ungewohnt war, dass ich mit dem 50 mm Objektiv plötzlich viel mehr Raum fotografisch zu füllen hatte. Inzwischen habe ich allerdings keinen klaren Favorit mehr und nutze meist beide Objektive bei meinen Shootings.

Gleicher Bildausschnitt und Unterschiede

Der Grund, warum ich nun seit Sommer 2011 mit einer Canon EOS 5D Mark II fotografiere, war neben dem anderen Bildausschnitt, durch den ich mit meinen Objektiven nun weitwinkeliger fotografieren kann, die Kombination aus Pixelmenge und Sensorgröße, das daraus resultierende deutlich geringere Rauschverhalten der 5D Mark II und der noch konzentriertere Übergang von scharf zu unscharf, wenn man mit offener Blende fotografiert. Das Rauschverhalten ist bei der Food-Fotografie, wenn man, z.B. so wie ich, meist mit Stativ fotografiert, sicherlich eher vernachlässigbar, aber die Art und Weise, wie nun Schärfe und Unschärfe dargestellt wird, begeistert mich noch immer.

Aber am besten schaut euch selbst den Unterschied auf den nächsten beiden Bildern an, die ich beide mit dem Canon EF 100 mm 1:2,8 Macro Objektiv aufgenommen habe, wobei ich die Kamera jeweils so platziert habe, dass ich den gleichen Bildausschnitt fotografieren konnte. Fokussiert habe ich jeweils auf den vordersten Apfel. Während dieser Apfel bei beiden Bildern nahezu gleich aussieht, sind die mittleren Äpfel bei der Aufnahme mit der Vollformatkamera bereits unschärfer als bei der Aufnahme mit der Cropkamera, so dass, mit der Vollformatkamera fotografiert, der vordere Apfel besser freigestellt wird. Doch letztlich ist es natürlich  Geschmackssache, ob man diese Art der Darstellung nun mag oder nicht.

Foodfotografie mit 450D und 100 mm Objektiv

Foodfotografie mit 5D Mark II und 100 mm Objektiv

Woran ich mich allerdings beim Gebrauch des Canon EF 50 mm 1:1,4 Objektivs an einer Vollformatkamera gewöhnen musste, war der größere Mindestabstand beim Fokussieren. Bedingt durch diesen konnte ich beim folgenden Beispielbild auch nicht auf den vordersten Apfel scharf stellen sondern erst auf den dritten Apfel, während ich bei den drei anderen Kamera-/Objektiv-Kombinationen auch prima auf den vordersten Apfel fokussieren konnte.

Foodfotografie mit 5D Mark II und 50 mm Objektiv

Foodfotografie mit 450D und 50 mm Objektiv

Technische Daten

Wer nun noch mehr über die technischen Daten der beiden Kameras erfahren will, kann sich darüber am besten direkt bei Canon informieren. Die entsprechenden Seiten findet ihr nachfolgend verlinkt.

23 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Great explanation of the crop factor Eva which tends to be confusing for a lot of people…:) I remember it took me a while to understand the concept. Lol… I recently upgraded to the mark III, so I have two 5 D’s now which make it easier to use them both I find…:)
    Great post!

  2. Danke Eva, das ist wirklich gut erklärt und anschaulich mit den Beispielbildern! Mich etwas intensiver mit dem Fotografieren zu beschäftigen ist mein großes Vorhaben für 2013. Hast du mal Fotografie-Kurse besucht oder Dir alles durch Ausprobieren, Anschauen, Bücher, von anderen lernen beigebracht?

    • Hallo Lena, das freut mich, dass dir der Post gefällt! Vor viiiiielen Jahren hatte ich im Rahmen meines Studiums einige Fotografie-Kurse zum Thema Modefotografie und Textildesign besucht, wobei es da auch um das Entwickeln im Labor ging. Sicherlich ist davon auch was hängen geblieben, aber das meiste dazu gewonnene Wissen stammt inzwischen vom Lesen, Anschauen, Ausprobieren und von anderen Lernen. Sehr gerne mach ich deswegen z.B. auch Fotoexkursionen mit, und als Buch könnte ich dir noch empfehlen, Cora u Georg Banek: “Fotografieren lernen: Band 1: Die technischen Grundlagen”.

  3. Pingback: Schmausepost vom 18. Januar 2013 - Newsletter | Schmausepost

  4. Pingback: Foodografie ...

  5. Ein informativer Artikel mit sehr anschaulichen Bildern! Jetzt haben wir eine Vorstellung, wie sich der Unterschied zwischen einer Cropkamera und einer Vollformatkamera auf die Fotos auswirkt. Das Buch “Fotografieren lernen” ist schon auf Melanies Bücher-Wunschliste gelandet, sie hat ja bald Geburtstag :-).

    • Ja, manchmal sagen Bilder einfach mehr als viele Worte. Und ich denke, das Buch “Fotografieren lernen” dürfte auch genau nach eurem Geschmack sein :)

  6. hello eva, super! leider eine woche zu spät ;-) habe gerade letzte woche aufgerüstet… aber in der minimalvariante.
    lg aus wien, bianca

    • Hallo Bianca,
      schön von dir zu lesen! Und ich vermute mal, die nächste Aufrüstung kommt bestimmt auch bei dir ;-) Jetzt wünsch ich dir aber erstmal viel Vergnügen mit deiner aktuellen Kameraausrüstung! Liebe Grüße nach Wien!

  7. Tolles Vergleich, obwohl die Teilnehmer in ganz angerer Gruppen spielen… der 5D ist ja ein professionelles Apparat, der 450D ist ja der Einsteiger der Canon Serie. Eben deshalb bewundere ich mich über das Bildqualitaet; der 4501 ist ja viel besser als ich es erwarten würde!

    • Hallo Sabine,
      was du bei diesem Vergleich nicht vergessen darfst, ist, dass ich immer mit den gleichen Objektiven fotografiert habe. Es lohnt sich also wirklich, in gute Objektive zu investieren. Liebe Grüße, Eva

  8. Ein super Artikel, Eva! So wollte ich das meinem Mann schon lange erklärt haben, was mich an meiner Kamera stört und warum ich gern zunächst mit seiner 5D Mark II arbeiten möchte :-). Das gebe ich ihm zu lesen!
    Liebe Grüße, Sandy

    • Ach Sandy, das wäre ja klasse, wenn mein Artikel dazu beitragen würde, dass dir dein Mann seine Kamera häufiger überlässt :-)
      Liebe Grüße zurück, Eva

  9. Pingback: Blog der Woche: Food Vegetarisch | Schmausepost

  10. Danke für diesen sehr lehrreicher Beitrag. Ich schiesse ja meistens aus den Hüften, ein richtiges Stativ wäre wohl nicht schlecht.

    • Und Dank an Dir, dass Du die Food-o-grafie wieder ins Leben gerufen hast. Ich denk, beim Fotografieren sollte man einfach mal beides ausprobieren, um zu schauen, ob man selber lieber aus der Hüfte oder mit Stativ fotografiert, und das dann nach Lust und Laune machen.

  11. Sehr schön, danke für die Einblicke. Mich würde auch interessieren, was du für ein Stativ benutzt, sieht sehr stabil aus … da ist meines richtig “windig” dagegen, hab aber noch nichts Passendes gefunden.

    … und wie du deine Stills ausleuchtest, würde mich auch interessieren. Vielleicht Stoff für einen neuen Post bei dir?

  12. Hello Eva! This post is great, you have been so generous sharing so many tips! If you don’t mind I would like to ask something: I noticed that the white cardboard/ reflector is stabilized by a sort of black calipers. What are these objects? I would love to find out about them because I am always crazed by making my cardboard reflector to stand properly.
    Thank you for your reply!

    Barbara from BYW Class

    • Hi Barbara!
      Thank you so much for visiting my blog because by this I also just discovered your lovely Japanese influenced blog!!
      The clamps I bought via Amazon Germany and you can find them here. But I just found these clamps also at amazon.com. And since I have them, I just love to use them because before I was also almost always getting crazy when I tried to make my reflectors to stand properly.

      Best wishes, Eva

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